Tartu

Universitätsstadt im Herzen Estlands


Tartu ist eine pulsierende Universitätsstadt und hat sich im Laufe der Zeit zum kulturellen und geistigen Zentrum im baltischen Estland etabliert. Die Atmosphäre in der Stadt ist entspannt und dank der vielen jungen Studenten sehr dynamisch. Eine gelungene Mischung aus historischer Architektur und dem Einfluss modernen Weltgeschehens generiert hier ein spannendes Ambiente.

Gut zwei Autostunden von Tallinn entfernt, bietet Tartu seinen Besuchern eine breitgefächerte Fülle an kulturellen Sehenswürdigkeiten. Aufgrund der kompakten Größe der Stadt lassen sich diese bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. Dank des studentischen Einflusses pulsiert das Nachtleben in Bars, Restaurants und Club und hat sich zu einem Magneten für Touristen aus allen Altersgruppen entwickelt.

Durch Tartu fließt der Emajõgi (zu deutsch: Embach) und prägt mit seinen Uferalleen das malerische Stadtbild, der Fluß bildet eine Verbindung zwischen den beiden größten Seen in Estland, den Peipussee und den Vortsjärvsee.

 

Tartu und seine weit zurückreichende Geschichte

Die Gründung von Tartu geht auf das elfte Jahrhundert zurück, im Jahr 1030 n. Chr. wurden in den damaligen Geschichtsbüchern die ersten Einträge zum Werdegang der Stadt verzeichnet, als Großfürst Jaroslaw der Weise, Herrscher der Kiewer Rus, die kleine Holzfestung Tharbatas erobert und an ihrer Stelle eine stärkere Festung errichtet. Diese wird im 13. Jahrhundert vom deutschen Schwertbrüderorden eingenommen und entwickelt sich als Bischofssitz und Hansemitglied Dorpat nun zu einem bedeutenden Handelszentrum.

Vom Glanz der mittelalterlichen Handelsmetropole ist heute nur noch wenig zu sehen. Ein verheerender Brand 1775 und die russisch-sowjetische Besatzung ab dem 18. Jahrhundert verliehen der Stadt ihr heutiges Aussehens.

Tartu ist heute die zweitgrößte Stadt in Estland und liegt im südöstlichen Zentrum des kleinen Landes im Baltikum, hier leben knapp 100.000 Einwohner.

Tartu Reisebuchtipp


Tartu Reiseführer


Die schönsten Sehenswürdigkeiten von Tartu

Das Stadtbild von Tartu ist geprägt von historischen Fassaden aus der Zeit des Klassizismus, den die Russen mit in die Stadt brachten. Das aus dem späten 18. Jahrhundert stammende Rathaus gehört zu den schönsten Gebäuden von Tartu und erstrahlt allmorgendlich mit seiner rosa-weißen Fassade. Direkt davor lädt der Marktplatz zum gemütlichen Verweilen in einem der vielen Cafés und Restaurants ein.

Der Markt ist auch die Heimat für ein modernes Wahrzeichen von Tartu, einer Brunnenskulptur zweier verliebter Studenten, die sich unter einem Regenschirm küssen. Der Brunnen wird von vielen osteuropäischen Touristen als beliebtes Fotomotiv genutzt.

Ein besonderer Hingucker im Stadtzentrum ist das Kunstimuuseum. Der klassizistisch gehaltene Bau steht heute mit einer bedenklichen Neigung zu einer Seite inmitten gerader Gebäude. Seit einiger Zeit ist das Gebäude stabilisiert und kann besichtigt werden, in seinem Inneren finden Besucher zahlreiche Kunstschätze estnischer und ausländischer Maler und Skulpteure, die sich in ihren Werken mit Estland auseinandersetzen.

Nahe dem Markt, im mittelalterlichen Stadtzentrum Tartus, ragt steil der Turm der gotischen Johanniskirche aus rotem Backstein auf. Die dem Täufer Johannes gewidmete Kirche ist erst zu Beginn der 2000er Jahre nach umfangreichen Wiederaufbau und Restauration eröffnet worden, beeindruckend und einzigartig in Europa sind vor allem die zahllosen Terrakottaskulpturen, die den Innenraum und die Fassade der Johanniskirche verzieren.

Der Pigorow-Park am Fusse des Dombergs, in der Nähe des Rathauses, eignet sich ideal für eine erholsame Pause, um zwischen den Erkundungen neue Energien in einem natürlichem Umfeld zu tanken. Dieser Park ist besonders bei Studenten ein sehr beliebter Treffpunkt.

Oberhalb von Tartu thront der Domhügel, der den Namen Toomemägi trägt und einen traumhaften Ausblick über die Stadt bietet. Der geschichtsträchtige Hügel befindet sich im Herzen der Altstadt und wurde viele Jahrhunderte lang nur für militärische Zwecke genutzt. Mit Hilfe von gezielt durchgeführter Aufforstung präsentiert sich der Domhügel heute als eine grüne Oase, welche zum ruhigen Verweilen in der Natur einlädt.

Auf dem Domberg finden Reisende eine weitere beeindruckende Sehenswürdigkeit von Tartu - die Ruine der gotischen Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert, die einst von der Bischofsburg, dem Castrum Tarbatae, umgeben war. Heute befindet sich in einem der Anbauten das historische Museum der Universität Tartu, von der später noch die Rede sein wird. Zu weiteren interessanten Objekten einer Stadtbesichtigung gehören auf dem Domberg die Sternwarte aus dem 19. Jahrhundert, der estnische Staatsgerichtshof und das Anatomikum der Universität von Tartu.

Die Universität von Tartu

Zu den bedeutendsten Kulturträgern Tartus gehört die älteste Universität des nordeuropäischen Raumes, die 1632 vom schwedischen König Gustav II. Adolf ins Leben gerufen wurde. Zu den bekanntesten Lehrkräften der Universität zählt Nikolai Pigorow, der hier viele Jahre als Anatomieprofessor und Chirurg tätig war.

Die Academia Gustaviana gehört schon seit langer Zeit zu den renommierten Bildungsanstalten in Nordeuropa, sie ist heute die einzige Volluniversität Estlands und eine der ältesten im nord- und osteuropäischen Raum. Die Altstadt ist geprägt von ihren klassizistischen Universitätsgebäuden, welche den akademischen Traditionen der Stadt huldigen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fand der akademische Lehrbetrieb komplett in deutscher Sprache statt.

Die Tartuer Universität pflegte schon immer internationale Kontakte, aus denen Partnerschaften mit anderen Universitäten im Ausland entstanden sind. Im Zuge des Erasmus-Programmes kommen jedes Jahr viele ausländische Austauschstudenten nach Tartu, um an der baltischen Universität ein oder mehrere Auslandssemester zu absolvieren. Diese geben der Stadt ein internationales Flair, so hört der interessierte Reisende in Tartu viele verschiedene Sprachen auf den Straßen und Plätzen der baltischen Perle.

Kulturelle Ereignisse in der Stadt

Die Altstadt von Tartu beherbergt jede Menge Museen, Theater und Galerien, welche ganzjährig Ausstellungen, Festivals und Konzerte veranstalten, in der baltischen Stadt wird großer Wert auf kulturelle Veranstaltungen gelegt.

Fans der Literatur kommen im Mai auf ihre Kosten, wenn das Literaturfestival ’Prima Vista Festival’ stattfindet. Außerdem initiiert der estnische Schriftstellerverband regelmäßig Lesungen in außergewöhnlichen Orten, so dass interessierte Besucher einen spannenden Einblick in die historischen und modernen Gebäude in Tartu erhalten.

Zu den bekanntesten musikalischen Veranstaltungen gehört auf jeden Fall das internationale Festival der mittelalterlichen Musik "Orient et Occident", das alljährlich im Oktober stattfindet. Reisende können aber auch klassischen Konzerten in der Vanemuise Konzerthalle lauschen oder im Jazzklub Tartus "ein Tässchen Jazz" genießen.

Im Antonius-Hof treffen sich die kreativen Köpfe - schon seit dem Mittelalters versammelten Handwerker hier ihre Werkstätten und beeinflussten sich gegenseitig in Handwerk und Kunst. Heutzutage finden Besucher im Antoniushof modernes Design vereint mit klassischer Handwerkskunst. Im Innenhof steht eine Bühne, auf der in den Sommermonaten Theaterstücke und Konzerte veranstaltet werden.

Die Einwohner von Tartu treffen sich gerne in ihrer bezaubernden Stadt, um gemeinsam zu feiern und Kunst, Literatur und Musik zu genießen.

Die touristischen Möglichkeiten in der Umgebung von Tartu

In den Wintermonaten lockt der estnische Wintersportort Otepää Touristen zum Skilanglauf, dieser Ort liegt in einer Entfernung von 35 Kilometern zu Tartu. Jedes Jahr finden hier viele internationale Wettkämpfe, bedeutende Weltcup-Rennen und ein Skimarathon statt, welcher zur Worldloppet Serie gehört. Dabei kann es in der winterlichen Hochsaison von Dezember bis Februar einen großen Andrang von Reisenden geben, deshalb sollten sich Besucher der Wettbewerbe rechtzeitig um eine Unterkunft kümmern.
tartu, estland
nach oben