Saaremaa

Traditionelle Urlaubsinsel in der estnischen Ostsee


Mit 2.700 Quadratkilometern ist die auch unter dem deutschen Namen "Ösel" bekannte Insel Saaremaa die viertgrößte der Ostseeinseln. Sie liegt direkt vor dem Rigaischen Meerbusen, der im Estnischen "Liivi Laht" heißt, und dominiert als Hauptinsel den Landkreis Saare Maakond, zu dem eine ganze Reihe kleinerer Inseln gehören. Knapp 40.000 Einwohner zählt Saaremaa heute, was rund drei Prozent der gesamten estnischen Bevölkerung entspricht.

Vor allem in den Sommermonaten erhöht sich die Bevölkerungsdichte, denn der Hauptort von Saarema ist schon seit dem 19. Jahrhundert als Urlaubsort beliebt: Die Stadt Kuressaare war einst bekannt als "Arensburg" und wird bereits seit 1840 von Einheimischen, aber auch internationalen Gästen als Kur- und Badeort zur Entspannung aufgesucht.

 

Saaremaa - einsame Strände und Natur pur

Die Küstenlänge der Insel Saaremaa summiert sich auf rund 1.300 Kilometer, was nicht zuletzt den zahlreichen Buchten, vor denen wiederum kleine Inseln liegen, geschuldet ist. Der Viidu Raunamägi bringt es als höchste Erhebung auf 54 Meter, Saarema ist überwiegend flach und zu rund 40 Prozent dicht bewaldet. Beeindruckend sind die seltenen Steilküsten, wie zum Beispiel die Panga Pank, die an der Küdema-Buch 22 Meter in die Tiefe fällt, oder die Undva Pank im Nordwesten. Das milde Seewetter, das der Lage in der Ostsee geschuldet ist, verspricht lange und warme Sommer bei milden Wintern - für Erholung suchende Urlauber genau richtig. 

Aber auch Flora und Fauna profitieren, denn auf Saaremaa sind rund 80 Prozent der in Estland registrierten Pflanzenarten heimisch, rund 120 davon sind geschützt. Vor allem Orchideenliebhaber kommen hier auf ihre Kosten, denn 35 verschiedene Arten sind auf Saaremaa zu finden, darunter der seltene Pyramiden Hundswurz (Anacamptis pyramidalis), der gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus) und das langblättrige Waldvöglein (Cephalanthera longifolia).

Neben vielen der für die Gegend typischen Robbenarten leben auf Saaremaa auch Bären, Elche und Luchse, außerdem dient die Insel als Zwischenstation für Zugvögel, die im Frühjahr und im Herbst hier Kraft tanken.

Von Wikingern und Rittern - Saaremaa im Laufe der Geschichte

Als "Eysysla" fand Saaremaa Einzug in die skandinavischen Sagas, allerdings lassen die Ergebnisse archäologischer Ausgrabungen den Schluss zu, dass die Insel schon vor rund 3.000 Jahren besiedelt war. Bekannt wurde das 2008 entdeckte Wikingerschiffsgrab von Salme, das auf 700 bis 900 n. Chr. datiert wurde und die Überreste von sieben Menschen enthielt. Die Wikinger blieben der Insel bis um 1050 n. Chr. treu, wie einige Runensteine belegen.

Die Ritter des Deutschen Ordens eroberten die Insel im 13. Jahrhundert und konnten sich trotz all der Aufstände und Auseinandersetzungen bis ins 16. Jahrhundert halten. Heute sind in Kuressaare und Maasi zwar nur noch Mauerreste zu sehen, einst standen hier große Ordensburgen, die zur Machtfestigung dienten. Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts fiel Saarema mal an die Dänen, mal an die Schweden, erst 1710 konnten sich die Russen durchsetzen. 

Noch heute beindruckt die Arensburg in Kuressare, die 1380 vom Deutschen Orden errichtet wurde und jetzt dem Saaremaa-Museum Platz bietet. Weitere Zeugen dieser Epoche finden sich in Valjala (Wolde). Die Reste dieser Burg lassen auf enormen Dimensionen schließen.

In unmittelbarer Nachbarschaft steht mit der Valjala Martini Kirik (St. Martinskirche) die älteste Kirche der Insel, die auf das 13. Jahrhundert datiert wurde. Die kleinste Kirche hingegen kann in Karija besichtigt werden.

Große Söhne der kleinen Insel Saaremaa

Saarema hat einige Persönlichkeiten hervorgebracht, die sich mit ihrem Schaffen und ihren Leistungen hervorgetan haben: Zu nennen wäre hier Fabian Gottlieb von Bellingshausen (1778-1852), der als deutschbaltischer Seefahrer und russischer Offizier zum Antarktis- Entdecker wurde. Er wurde in Lahhetagge (estnisch: Lahetaguse) im Südwesten der Insel geboren.

Eugen Gustav Dücker (1841-1916) war Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie und stammte ebenso aus Arensburg wie Louis I. Kahn (1901-1974), der als US-amerikanischer Architekt und Stadtplaner Karriere machte. Viktor Kingissepp (1888-1922) war Gründer und Führer der Kommunistischen Partei Estlands und stammte aus Karmel (estnisch: Kaarma). Mit Arnold Rüütel (* 1928) brachte Lajmjala auf Saaremaa einen estnischen Politiker hervor, der von 1990 bis 1992 und von 2001 bis 2006 Staatsoberhaupt der Republik Estland war.

Wellness, Wandern und kulinarische Erlebnisse

Mit einem gut ausgebauten Wegenetz empfiehlt sich Saarema Aktivreisenden zu Fuss oder auf dem Fahrrad, die das Innere der Insel erkunden möchten. Neben den historischen und architektonischen Sehenswürdigkeiten ist es vor allem die Natur, wie beispielsweise der Krater von Kaali, die Saaremaa für Besucher so interessant macht. Der Krater misst 50 Meter im Durchmesser und ist von einem deutlich größeren Erdwall, der 16 Meter in die Höhe ragt und 110 Meter Durchmesser aufweist, umgeben. Wahrscheinlich geht er auf den Einschlag eines Meteoriten vor 3.000 bis 7.000 Jahren zurück.

Geblieben ist ein Tümpel, dessen typische Form an das Naturereignis, das allerdings keinen Eingang in die heimischen Aufzeichnungen fand, erinnert. In finnischen und auch skandinavischen Überlieferungen hingegen wurde er erwähnt, noch heute ranken sich fantasievolle Mythen um das mit Sicherheit furchteinflößende Spektakel.

Die gut erschlossenen Wanderwege verlangen den Reisenden keine extremen Leistungen ab, was insbesondere für Erholungssuchende einen guten Ausgleich zu den vielfältigen Wellness- Angeboten darstellt, die auf der Insel und ihrer kleinen Schwester Muhu angeboten werden.

Besondere Fürsorge und Entspannung erfährt der erholungsbedürftige Reisende im Pädaste Manor Hotel, einem 5* Komfort Resort auf einem einstigen deutschbaltischen Herrengut, umgeben von malerischer Landschaft. Im SPA Haus des Anwesens sorgt hochqualifiziertes Personal auf vielerlei Art für Ihre mentale und körperliche Entspannung, dabei werden jahrhundertealte estnische Kräutertraditionen angewendet und nur lokale natürliche Zutaten in Crémes und Ölen verwendet.

Auf Saarema lässt es sich wunderbar in verschlafene Fischerdörfer eintauchen, die mit ihren typischen reetgedeckten Häusern und einer abwechslungsreichen Küche mit ihren schmackhaften Fischgerichten zum Verweilen einladen.

Einige der früher weit verbreiteten Windmühlen sind noch heute gut erhalten und geben einen Einblick in die Lebensweise vergangener Generationen.
saaremaa, muhu, ostsee, insel, estland
nach oben