Das Maramures Gebirge in Nordrumänien

Eine Reise in die Vergangenheit


Weit im Norden Rumäniens liegt die verträumte Region Maramures, eine der wohl traditionellsten und schönsten Fleckchen im Land. Hoch bis an die Grenze zur Ukraine erstrecken sich hier hohe Gebirge, grüne Täler, schier endlose Wälder und mitten drin Dörfchen, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Hier teilt man sich die Straße höchstens mit einem Pferdekarren und wird von vollkommen Fremden zu einem gemütlichen Picknick am Rande der Felder eingeladen.

Die Maramures Region zeichnet sich aber nicht nur durch die atemberaubend unberührte Landschaft aus, sondern auch durch die kleinen Dörfer, in denen Handwerk - besonders das Holzhandwerk - groß geschrieben wird. Nicht umsonst nennt man Maramures auch "Land des Holzes" und die Holzkirchen in der Region sind weltbekannt. Immerhin gehören sie  zum UNESCO Weltkulturerbe. 

Hier ticken die Uhren langsamer und dort, wo sich die Moderne langsam eingeschlichen hat, findet man eine spannende, dynamische Atmosphäre vor, wie beispielsweise im Skiort Cavnic, wo man Ski fahren und Snowboarden kann. Maramures ist bei Urlaubern noch nicht allzu bekannt - doch mit dem spannenden Mix aus reicher Vergangenheit und Zeitgeist, Tradition und einfach unglaublicher Natur ist die Region definitiv ein echter Geheimtipp für die nächste Reise!

    Gebirge, Täler und Landwirtschaft

    Die Region Maramures erstreckt sich über eine Fläche von insgesamt 6.215 Quadratkilometern - das entspricht in etwa einer Ausdehnung von 60 km von Norden nach Süden und 160 km von Westen nach Osten. Die Gegend ist mit vielen Gebirgen und Hügeln durchzogen, die die Täler umschließen und so dafür gesorgt haben, dass sich hier in den letzten Jahrhunderten nicht allzu viel verändert hat. Der höchste Gipfel in der Region ist der Farcau-Gipfel in den Maramures Gebirgen, der es immerhin auf 1956 Meter bringt. 
    Nach dem zweiten Weltkrieg verlor Maramures seinen nördlichsten Teil an die Ukraine - heute liegt die Grenze im Örtchen Sighetu Marmatieu, welches für Touristen und Einwohner gleichermaßen offen ist. 

    Während über 40 Prozent der Region aus Gebirgen bestehen, setzt sich der Rest aus grünen Tälern, Wäldern und Feldern zusammen. Die Felder sind meist relativ klein gehalten und gehören einzelnen Familien, die sich damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Manchmal haben die kleinen Hütten, die sich "irgendwo im Nirgendwo" finden, auch einen kleinen Obst- und Gemüsegarten, Ställe und Weiden und die Einwohner sind mehr als nur glücklich, Besucher willkommen zu heißen. 

    Wo sich Legenden und Geschichte vermischen

    Auch wenn Maramures schriftlich zum ersten Mal erst im Jahr 1199 auftaucht, so beweisen zahlreiche Ausgrabungen in der Region, dass die Menschen schon seit dem Neolithikum, der Jungsteinzeit also, hier lebten. Von den Thrako-Dakern über die Kultur von Suciu de Sus, archäologische Stätten wie in Calinesti, Baia Mare oder Sarasau, beweisen, dass hier schon vor dem 1. Jahrhundert das Leben blühte.

    Selbst nachdem Dacia - das Gebiet südlich der Karpaten und nördlich der Donau - an das römische Reich fiel, schaffte es Maramures nicht nur unabhängig zu bleiben, sondern sogar von den Silber- und Goldbearbeitungstechniken zu profitieren.

    Im 13. Jahrhundert brachen mit dem Einfall der Magyaren, die ihren Eroberungszug durch Transsylvanien antraten, zahlreiche Rebellionen und Kämpfe aus, doch ohne Erfolg. Zum Ende des 14. Jahrhunderts befand sich die gesamte Region fest in ungarischer Hand. 

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    Die Holzkirchen von Maramures - UNESCO Weltkulturerbe mit Tradition

    Maramures ist als Reiseziel für vieles bekannt, aber für nichts so berühmt wie für seine traditionellen Holzkirchen. Die stammen aus dem 17. - 18. Jahrhundert und basieren auf einem Verbot in Siebenbürgen orthodoxe Kirchen aus Stein zu bauen. Doch im "Land des Holzes" wusste man sich zu behelfen und so schuf man die typischen Holzkirchen mit schlankem Glockenturm und mit Schindeln gedeckten Dächern. 

    Insgesamt gibt es rund 45 dieser Holzkirchen in der Region, etwa 15 weitere stehen in der nahegelegenen Ukraine. 1999 nahm sich die UNESCO dieser wunderschönen Holzkirchen aus Buche, Eiche, Tanne oder Ulme und den kunstvoll gestalteten Fresken im Inneren an und ernannte 8 von ihnen zum Weltkulturerbe.

    Heute können die Kirchen auf einer Reise durch Nordrumänien immer noch besichtigt werden und wenn man alle 8 "abklappern" möchte, hat man einen tollen Tagesausflug, der einen durch einige der schönsten Orte in Maramures führt:

    -    Barsana
    -    Budesti
    -    Desesti
    -    Ieud
    -    Plopis
    -    Polenile Izei 
    -    Rogos und 
    -    Surdesti

    Generell gelten die Holzkirchen von Desesti und Polenile Izei als die schönsten Exemplare, was nicht nur an der gut erhaltenen Fassade, sondern vor allem auch an den wunderschönen Fresken im Inneren liegt.

    Die Wassertalbahn von Viseu de Sus

    "Die letzte echte Waldbahn der Karpaten" wird diese traditionelle Dampflok genannt, die seit 1932 sechs Mal die Woche Holz aus dem Wassertal bis in das Verarbeitungswerk in Viseu de Sus fährt - und das mitten durch den Nationalpark hindurch.

    Seit dem Jahr 2000 gibt es spezielle Dampfzüge für Touristen, mit denen man vom Frühling bis in den Herbst hinein die Original-Strecke befahren kann. Die Fahrt führt von Viseu nach Paltin, was etwa zwei Stunden dauert. In Paltin kann man sich bei einem exzellenten Catering stärken, bevor es wieder zurück geht. 

    Das Kloster von Barsana

    In Barsana steht nicht nur die zum Weltkulturerbe gehörende Intrarea Maicii Domnului Holzkirche, sondern auch das Manastirea Barsana, das Kloster von Barsana. Das rumänisch-orthodoxe Kloster, in dem heute 14 Nonnen leben, ist zu heiligen Feiertagen eine beliebte Pilgerstätte für Besucher aus dem ganzen Land. Wenn der Andrang zu groß ist und das Wetter es zulässt, wird die Messe einfach nach draußen verlegt und das Ganze hat fast schon einen festlichen Charakter. 

    Der "Fröhliche Friedhof" von Sapanta

    Die Region ist wirklich voll mit außergewöhnlichen Ausflugszielen, die vor allem Fotografen-Herzen höher schlagen lassen werden. So wie der Fröhliche Friedhof (Cimitrui Vesel) von Sapanta, der in dieser Form wohl einzigartig ist. Denn hier herrschen nicht Stille und Trauer vor, sondern blühende Blumen und kunterbunte Farben.

    Zu verdanken hat man dies dem rumänischen Künstler Stan Ioan Patras, der es sich bis zu seinem Tode im Jahr 1977 zur Aufgabe gemacht hat, die traditionell hölzernen Grabstellen farbenfroh zu verzieren, mit Medaillons und Flachreliefen zu schmücken und passenden Versen zu versehen. Dabei ist ein Friedhof entstanden, auf dem das Leben der Verstorbenen gefeiert wird und eine seltsam-beschwingte Stimmung vorherrscht. 

    Kunsthandwerk in Maramures

    Natürlich steht im "Land des Holzes" das Holzhandwerk vor allem anderen. Das ist eindrucksvoll an den kunstvoll beschnitzen Holztoren zu sehen, die viele Häuser in der Region schmücken. Hier herrschen Symbole wie die Sterne oder Sonne oder auch dicke Seile vor, aber auch Blumen, Tiere und andere Symbole werden fast wie lebensecht im Holz verewigt. So überrascht es kaum, dass sich die Maramuresen auch bei Schnitzereien und Holzmöbeln äußerst begabt zeigen. Und sie sind stolz auf ihr Handwerk, was man daran merken kann, dass jeder Künstler Besucher sofort einlädt, um ihnen seine Werke im Atelier, der Scheune oder ganz einfach im eigenen Haus zu zeigen. 

    Doch das ist noch nicht alles! In den Dörfern finden sich oft kleine Webereien, in denen die typisch farbenfrohen Stoffe gewebt werden, aus denen die kunterbunten rumänischen Trachten gefertigt werden. Hier kann man den Stoff "am Ballen" kaufen, oder bereits gefertigte Schals, Decken, Taschen und mehr als Andenken mit nach Hause nehmen. Auch Schmuck aus Silber und Gold wird in so manchem kleinen Atelier liebevoll handgefertigt, genauso wie es einige Glasbläsereien gibt. Denn dort, wo sonst niemand hinkommt, musste man sich früher zu helfen wissen. Heute ist das Kunsthandwerk ein toller Weg für die Einwohner, sich ein lukratives Zubrot zu verdienen und ein noch besserer Weg für Reisende, die lokalen Einwohner direkt zu unterstützen. 

    Im Zuge des "Shoppings" sollte man sich auf keinen Fall die vielen kleinen Märkte entgehen lassen. Zu den interessantesten gehören dabei der Markt von Ocna Sugatag, der an jedem Donnerstag stattfindet sowie der große Tiermarkt, der an jedem ersten Montag im Monat vor Sighetu Marmatiei seine Pforten öffnet. 

    (Winter-)Sport in Maramures

    In einer Gegend, die noch so unberührt ist, lockt natürlich die Natur zu ausgedehnten Wanderungen. Am schönsten ist es, sich einfach etwas Proviant einzupacken und über die Felder und durch Wälder von Dorf zu Dorf zu spazieren. Oder man leiht sich ein Fahrrad aus und erkundet die Gegend auf dem Drahtesel.

    Lust auf Klettern? Am Berg Gutai gibt es 38 verschiedene Aufstiege - von Anfängerrouten bis hin zu richtig herausfordernden Hangelpartien. 

    Und auch der Wintersport kommt nicht zu kurz: in Cavnic, gerade einmal 16 km von Babou Maramures entfernt, kann man (dank Kunstschnee rund ums Jahr) Ski- und Snowboardfahren. Aber natürlich ist es im Winter am schönsten, wenn der echte Schnee nicht nur die Pisten, sondern auch die pittoreske Landschaft rund herum gepuderzuckert hat. 

    Eine Reise nach Maramures ist unvergesslich

    Wer auf der Suche nach einem absolut uniquem Reiseziel ist, das sowohl wundervolle Landschaften, reichlich Geschichte, Sportmöglichkeiten und noch dazu eines der gastfreundlichsten Völkchen Europas bietet, ist in Maramures gut aufgehoben.

    Hier warten abwechslungsreiche Erlebnisse in entspannter Atmosphäre, leckere Spezialitäten und jede Menge unvergessliche Augenblicke!

    maramures, karpaten
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