Die Kurische Nehrung

Eldorado für Aktivurlauber und Kulturinteressierte


Idyllische Naturlandschaften, entspanntes Ambiente, unverwechselbare und mystische Kultur - die Kurische Nehrung bietet Besuchern unzählige Möglichkeiten für einen erholsamen Urlaub mit unvergesslichen Eindrücken. Die Halbinsel in der Ostsee blickt auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurück, die ihr einen einzigartigen Charakter verleiht.

Mit ihren pittoresken Fischerdörfern, bunt bemalten Holzhäuschen und weitläufigen Stränden inmitten riesiger Sanddünen gilt die Kurische Nehrung nicht nur als beliebtes Ferienparadies für anspruchsvolle Individualtouristen und Aktivurlauber, sondern war in der Vergangenheit auch die Heimat großer Künstler, die sich von ihrer verzauberten und ursprünglichen Atmosphäre inspirieren ließen.

 

Ferienparadies Kurische Nehrung

Auf Satellitenbildern ist die Kurische Nehrung als schmaler Streifen vor der Küste Litauens, als Trennlinie zwischen der Ostsee und dem Kurischem Haff erkennbar. Diese Landzunge ist mit einer Länge von knapp hundert Kilometern an einigen Stellen nur wenige hundert Meter breit und dank ihrer in der Welt einmaligen Naturlandschaft eine beliebte Urlaubsdestination für Menschen jeder Altersgruppe.

Die Kurische Nehrung gehört zu etwa gleichen Teilen zu Litauen und zur Oblast Kaliningrad und damit zu Russland. Während der russische Teil weitgehend unerschlossen ist, gilt der zu Litauen und damit zur EU gehörige Teil als Ferienparadies, das über eine hervorragende touristische Infrastruktur verfügt und mit romantischen Pensionen und Hotels, Cafés und Restaurants, Souvenirläden, kulturellen Einrichtungen, langen Sandstränden und einsamen Dünenlandschaften für jeden Besucher das richtige Programm bietet.

Viele deutsche Gäste reisen mit der Fähre an, die Kiel mit Klaipeda, dem größten Fährhafen in Litauen und Eingang zur Kurischen Nehrung verbindet. Die etwa 21 Stunden dauernde Anreise mit der Fähre ist mit dem Auto, dem Wohnmobil oder dem Fahrrad möglich.

Von Klaipeda aus ist die Kurische Nehrung mit einer kleineren Fähre, die alle zwanzig Minuten verkehrt, komfortabel und schnell zu erreichen. Wer die russische Grenze passieren und die dicht bewaldete und ursprüngliche südliche Seite der Halbinsel erkunden möchte, muss im Vorfeld online ein Visum beantragen und einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass mitführen.

Unberührte Landschaft mit verzauberndem Flair

Urlauber, die die lange Reise auf sich nehmen und auf die Kurische Nehrung kommen, werden mit atemberaubenden Ausblicken und einer einzigartigen Natur belohnt, die neben dichten Nadelbaumwäldern, idyllischen Nationalparks mit abwechslungsreicher Flora und Fauna sowie herrlichen Küstenlandschaften und Stränden auch die mit sechzig Metern Höhe größte Sanddüne Europas umfasst. Aufgrund dieses einzigartigen Naturjuwels wird die Kurische Nehrung auch gerne als "nördliche Sahara" bezeichnet.

Die gesamte Kurische Nehrung mit ihrer Kulturlandschaft, dem auf litauischer Seite liegenden Nationalpark Kirsiu Nerija und dem russischen Naturschutzgebiet Kurschskaja Kossa wird seit dem Jahr 2000 auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes geführt und bietet unzählige Möglichkeiten, einen erholsamen Aktivurlaub zu verbringen. Begeisterte Naturfans können mit etwas Glück Elche, Biber und Wildschweine beobachten, Hobbyornithologen entdecken auf der idyllischen Halbinsel eine einzigartig vielfältige Vogelwelt.

Auf der litauischen Seite liegt nahe Juodkrante die älteste und größte europäische Brutstätte von Graureihern und Kormoranen. Die Kurische Nehrung bietet zudem Fischadlern, Austernfischern, Weihen, Bussarden und vielen anderen seltenen Vogelarten einen wichtigen Lebensraum. Die finden im flachen Kurischen Haff reichlich Futter - im Süßwasser des Haffs, welches aus dem Memeldelta gespeist wird, leben Brassen, Hechte, Aale und Zander. Das Kurische Haff ist dreimal so groß wie der Bodensee, aber mit 5 Metern nicht annähernd so tief.

Naturjuwel mit deutscher Vergangenheit

Inmitten der unberührten Wildnis lassen romantische Fischerdörfer und bunt bemalte Holzhäuser mit verwilderten Blumengärtchen die Kurische Nehrung als Landschaft wie aus einem Märchenbuch erscheinen und zeugen von der unverwechselbaren Kultur der Bevölkerung. Die Geschichte der idyllischen Halbinsel reicht über dreitausend Jahre zurück und nahm ihren Anfang mit den Kuren, einem kleinen Volk, das einst die gesamte Küstenlandschaft des Baltikums besiedelte.

Die Kuren waren vor allem dafür bekannt, exzellente Bootsbauer zu sein und als Fischer mit dem und vom Meer zu leben. Die Kuren sind nicht nur als Namensgeber der Landzunge bedeutend, sondern prägten auch deren pittoreske Architektur maßgeblich. Mit ihrer blauen, braunen und weißen Farbgebung sollten ihre Holzhäuser an das Meer und den Himmel, die Erde und die weißen Wolken über der Insel erinnern. Noch heute sind die Häuser in diesem Stil gehalten und zeugen von der großen Naturverbundenheit der Einwohner.

Bis ins 19. Jahrhundert war die etwa hundert Kilometer lange Landzunge eine bedeutende Verbindung zwischen Westeuropa und dem Baltikum. Da die Kurische Nehrung mehrere Jahrhunderte Teil des nördlichen Ostpreußens war, sind viele Ortschaften auf dem litauischen Teil wie etwa Nida, Juodkrante oder Rybatschi noch heute unter ihren ehemaligen deutschen Namen Nidden, Schwarzort oder Rossitten bekannt. Viele kulturinteressierte Besucher aus Deutschland kommen daher auch deshalb auf die Halbinsel, um mehr über die Geschichte ihres eigenen Heimatlandes zu erfahren.

Die Kurische Nehrung und ihre deutsche Künstlerkolonie

Bevor die Kurische Nehrung nach dem Zweiten Weltkrieg unter sowjetische Herrschaft fiel, verbrachten im frühen 20. Jahrhundert viele Künstler aus Deutschland auf der Halbinsel die Sommermonate und schufen inmitten der idyllischen Natur einige ihrer bedeutendsten Werke. Der berühmteste von ihnen ist zweifelsohne der große Schriftsteller Thomas Mann, dessen im typisch kurischen Stil erbautes hölzernes Ferienhäuschen in Nida, dem größten Ort auf der Kurischen Nehrung heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Region zählt.

Von seinem Haus auf dem Schwiegermutterberg aus genoss Thomas Mann einst einen prachtvollen Ausblick über das Haff, den er seinen "Italienblick" nannte. Nicht nur für Literaturfans, die dieKurische Nehrung bereisen, gehört ein Besuch des Thomas-Mann-Hauses zum kulturellen Pflichtprogramm, um einen Einblick in die Familiengeschichte und das Leben dieses bedeutenden Schriftstellers zu gewinnen. Hier schrieb Thomas Mann in den frühen Dreißigerjahren einen Teil von "Joseph und seine Brüder" und traf sich mit im Gasthof Blode in Nida mit Künstlerkollegen wie Erich Heckel, Max Pechstein, Lovis Corinth und Ernst Mollenhauer. An der Stelle des Gasthofs befindet sich heute ein Hotel, in dem eine Ausstellung von der Geschichte der ehemaligen deutschen Künstlerkolonie Nidden erzählt.

Kulturelle Highlights auf der Kurischen Nehrung

Die Kurische Nehrung ist nicht nur wegen ihres deutsches Vermächtnisses und ihrer berühmten Sommergäste ein beliebtes Urlaubsziel für Kulturinteressierte. Von ihrer abwechslungsreichen Vergangenheit zeugen auch viele Sehenswürdigkeiten, die der Halbinsel eine geheimnisvolle Atmosphäre verleihen. Von den Kuren, ihren heidnischen Bräuchen und ihrer Lebensweise zeugen heute noch die Grabmale auf dem alten Friedhof von Nida und die bunten Kurenwimpel, die einst als örtliche Kennzeichen ihrer kunstvollen Fischerboote dienten.

Als bedeutsames Zentrum der Bernsteinverarbeitung gilt Juodkrante, die zweitgrößte Ortschaft des litauischen Teils, wo prachtvolle Holzvillen an die einstige Blütezeit erinnern. Hier wurden im späten 19. Jahrhundert nicht nur riesige Mengen an Bernstein gefördert, sondern auch die ältesten bekannten Bernsteinartefakte gefunden. Für Besucher ist Juodkrante heute vor allem wegen des berühmten Hexenbergs interessant, dem achtzig bizarre Holzskulpturen von Figuren der litauischen Sagen- und Märchenwelt eine verzauberte Atmosphäre verleihen.

Mystisches Flair mit heidnischen Wurzeln, lebendige deutsche Vergangenheit und romantischer Charme - all dies erleben Urlauber, die die Kurische Nehrung besuchen. Die Halbinsel bietet jedoch vor allem unzählige Gelegenheiten, in entspannter Atmosphäre eine einzigartig abwechslungsreiche Landschaft zu erkunden.

Ob Badeurlaub an den endlosen Sandstränden in den herrlich warmen Sommermonaten, gemütliche Wanderungen durch eindrucksvolle Dünenlandschaften und dunkle Kiefernwälder oder ausgedehnte Radtouren entlang der Küsten, durch Seebäder und malerische Ortschaften, die Kurische Nehrung hält sowohl für Individualreisende und Aktivurlauber als auch für Familien mit Kindern und ältere Menschen ein breites Angebot an Freizeitaktivitäten parat, um einen unvergesslichen Urlaub in paradiesischer Umgebung zu verbringen.
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