Klaipeda

Litauische Hafenstadt und Perle der Ostsee


Klaipeda, die charmante Ostseehafenstadt in Litauen, kann mit einer vielseitigen und prägenden Vergangenheit aufwarten. Die gefragte Urlaubsdestination im Zentrum des Baltikums zieht ihre Besucher mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, kulturellen Angeboten und einer beeindruckenden Architektur in ihren Bann und begeistert mit interessanter Atmosphäre. Reisende erleben hier einen Spannungsbogen zwischen lässig und dynamisch, zwischen interessanter Historie und dynamischer Moderne, der die Grundstimmung in den Straßen und Gassen von Klaipeda beherrscht. Die beeindruckende Geschichte der Stadt in Kombination mit der aufgeschlossenen Gastfreundschaft der Bewohner macht sie zu einem empfehlenswerten Reiseziel für Jung und Alt.

 

Herrliche Strände und kulturelle Highlights auf historischem Boden 

Die Stadt Klaipeda ( deutsch: Memel) liegt im Westen Litauens an der Ostsee, hat rund 160.000 Einwohner und erfreut seine Gäste mit einem milden und freundlichen Klima. 

Wie archäologische Funde beweisen, wurde die gesamte Region nach der letzten Eiszeit von verschiedenen Kulturen besiedelt. Klaipedia, damals noch "Caloypede", wurde erstmals von Großfürst Vytautas 1413 in einem Brief erwähnt. Im Jahr 1515 wandelte Albrecht von Hohenzollern die Region in das Herzogtum Preußen um, führte die Reformation ein und machte Klaipeda damit zur ersten evangelisch-lutherischen Stadt der Erde. Von 1629 bis 1635 geriet sie unter schwedische Verwaltung und brannte während des Schwedisch-Brandenburgischen Kriegs nieder. Nach einer kurzen Aufschwungsphase besetzten die Russen Klaipedia im Siebenjährigen Krieg von 1758 bis 1762. Im Jahr 1871 wurde die Stadt, so wie ganz Preußen, ein Teil des Deutschen Reichs und verblieb dort bis zum Ersten Weltkrieg. 

1923 nahm Litauen die Region in Besitz, nachdem zuvor 1918 im Akt von Tilsit eine kleine Minderheit von Intellektuellen die Angliederung gefordert hatte und sich vom Deutschen Reich abspalten wollte. Daran erinnert eine Sehenswürdigkeit von Klaipeda, der "Arka" (= Bogen), als größtes Granitdenkmal Litauens. Er wurde 2003 zum 85. Jahrestag des Akts von Tilsit errichtet und symbolisiert die Angliederung Kleinlitauens (rote Säule) an Großlitauen (grauer Block). 

Litauen gab das Gebiet jedoch 1939 auf Druck der deutschen Reichsregierung wieder zurück. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt durch die Rote Armee übernommen und in die litauische Sowjetrepublik eingegliedert. Danach sind die meisten Deutschen aus der Region abgewandert, heute leben in Klaipeda und Umgebung beinahe ausschließlich Litauer sowie eine russische Minderheit. 

Mit dem Jahr 1990 wurde Litauen unabhängig. Seither kann sich Klaipeda an einem starken Aufschwung erfreuen, der bis in die Gegenwart andauert. Die bezaubernde Stadt hat sich zu einem wahren Touristenmagnet entwickelt. 

Vor allem in kultureller Hinsicht hat Klaipeda den Gästen einiges zu bieten: ein 1987 gegründetes Musiktheater, ein Schauspielhaus, das als modernstes Theater des Baltikums gilt, sowie zwei Kammerorchester, die durch herausragende Leistungen brillieren. Darüber hinaus findet jährlich im Sommer in den Ruinen der Burg von Klaipeda, die ebenfalls eine Sehenswürdigkeit der Stadt darstellt, das Castle Jazz-Festival statt. An jedem letztem Juli-Wochenende im Jahr gibt es außerdem das Meeresfest mit mehr als 100 verschiedenen Veranstaltungen, das bis zu 500.000 Besucher anlockt.

Die Stadt brachte auch zahlreiche bekannte Söhne hervor, etwa Dichter Simon Dach (u.a. "Ännchen von Tharau"), an den ein Brunnen auf dem Theaterplatz erinnert, Fußballer Thomas Vaitkus, Humorist Günter Willumeit, Bildhauer Karl Heinz Engelin, Komponist Johan Daniel Berlin und den preußischen General Curt Jany - um nur einige zu nennen. 

Der Hafen von Klaipeda liegt gegenüber der Nordseite der Kurischen Nehrung, auch "Litauische Sahara" genannt, welche das Kurische Haff von der Ostsee trennt und im Jahr 2000 auf die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen wurde. 

Beim Ausbaggern des Zugangs zum Kurischen Haff förderte man im Jahr 1855 größere Mengen Bernsteins zutage, woraufhin das wertvolle fossile Harz in der Folgezeit in großen Mengen abgebaut wurde. Bis heute stellt die Bernsteinförderung in der Region einen der bedeutsamsten Industriezweige dar, ebenso wie die Holzverarbeitung und der Fischfang, dessen Erträge in zahlreichen Restaurants der Stadt in regionalen Spezialitäten genossen werden können.

Klaipeda verfügt als Eingang zum Kurischen Haff über Litauens einzigen nennenswerten Seehafen, an dem täglich zahlreiche Touristen auf Kreuzfahrtschiffen eintreffen und die Stadt in Augenschein nehmen. 

Besichtigungen und Ausflüge in und um Klaipeda 

In Klaipeda befinden sich neben dem "Arka" viele weitere Skulpturen im Zentrum verstreut, etwa der "Krug mit Geld" oder das "Wundermäuschen". Darüberhinaus klettern historisch Interessierte gerne auf die Ruinen der Burg am Ufer des Flusses Dane, die im Jahr 1252 errichtet wurde. In der Stadt gibt es ein Uhrenmuseum, einen 25 Hektar großer Botanischen Garten mit einem alten Friedhof und "Teufelsstein", die zu besichtigende Brauerei Svyturys und die 1893 errichtete Hauptpost mit Glockenspiel, das an jedem Samstag und Sonntag um 12 Uhr läutet. Im Botanischen Garten befindet sich im einstigen Schloss des polnischen Grafen Tiskiewicz das berühmte Bernsteinmuseum, in dem unter anderem kiloschwere Brocken des wertvollen Harzes und historische Schmuckstücke zu bewundern sind.

Am Theaterplatz entstand im Jahr 1819 das erste Theater, welches 1854 dem Stadtbrand zum Opfer fiel. Das heute dort befindliche Gebäude ist ein Nachbau dieser ersten kulturellen Einrichtung. Die Marktstraße war die erste gepflasterte Straße von Klaipeda, auf der einige schöne Fachwerkbauten aus dem 19. Jahrhundert erhalten geblieben sind. Eines der ältesten dieser Häuser findet man allerdings unter der Adresse Hohenstraße 3. Und an der Ecke Naujo Sodo und Libauer Straße steht das alte Dampfboothaus mit sowjetischer Zuckerbäckerfassade, das ebenfalls einen Besuch wert ist. 

Zu einer der schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt das Segelschiff "Meridianas", das am Ufer der Dane vertäut ist und als Restaurant dient.

Beliebt bei den einheimischen Touristen sind vor allem die sauberen, wenig frequentierten Ostseestrände in Klaipeda, die mit ihren Kiefernwäldern als besonders idyllisch gelten. Ebenfalls ein sehr schönes Ausflugsziel für Naturfreunde ist das Delta des Nemunas (Memel) mit seinen wichtigen Biotopen.

Rund 400.000 Feriengäste finden sich jährlich im 25 Kilometer nördlich der Stadt gelegenen Heilbad Palanga ein, um die belebende Mischung aus Salzwasser und frischer Luft zu genießen, dazu wirken Palangas Schlammbäder und jodhaltigen Mineralquellen besonders heilsam.
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