Reise nach Tschernobyl mit Übernachtungen in der Sperrzone

Mehrtägige Geschichtsexkursion zum Atomkraftwerk Tschernobyl


Eines der einschneidendsten Ereignisse in der sowjetischen Agonie der 80er Jahre war die Explosion des Reaktors im Atomkraftwerk "Wladimir Iljitsch Lenin" in Tschernobyl. Den Sarkophag, der über dem geborstenen Reaktor 4 errichtet wurde, kann man heute unter strengen Auflagen besichtigen.

Unsere mehrtägige individuelle Tschernobyl Reise führt Sie zu den Orten und Schlüsselpersonen des Unglücks. Sie besuchen den havarierten Kernreaktor, markante Orte in der Sperrzone und die verlassene Stadt Pripyat. Zu den Höhepunkten der Reise zählt eine Übernachtung in der Sperrzone. Der Zugang in die Sperrzone ist Personen ab 18 Jahren erlaubt. Vor der Exkursion steht ein umfangreicher Genehmigungs- und Anmeldeprozeß, den wir für Sie übernehmen.

Sie sprechen mit einem der Liquidatoren, die nach der Explosion durch ihren Einsatz weiteres Unheil für der europäischen Bevölkerung vermieden. Da Liquidatoren bis heute vom ukrainischen Staat nur unzureichend unterstützt werden, ist in diesem Reisepaket eine Spende zur Verbesserung der Lebenssituation der Liquidatoren vorgesehen.

Die Tschernobyl Reise können Sie wie viele andere Reisepakete für Ihren Wunsch- Reisetermin buchen und mit anderen unserer Reisebausteine kombinieren. Parallel zu diesem Reiseangebot bieten wir auch eintägige Exkursionen nach Tschernobyl. Die mehrtägige Reise in die Sperrzone kann individuell verlängert werden.

Vor und nach Ihrer Exkursion durch die Sperrzone um den havarierten Reaktor von Tschernobyl organisieren wir die Transfers vom Flughafen Boryspil, Zhulyani oder dem Hauptbahnhof Kiew und wieder zurück. Sie werden auf Ihrer Reise durchgehend von einem erfahrenen deutschsprachigen Reiseführer individuell betreut und begleitet.

Der neue Sarkophag, der durch das internationale Novarka- Konsortium errichtet wird, ist fast fertig, soll ab 2017 den porösen Betonsarkophag von 1986 überdachen und die Umgebung gegen austretende Strahlung absichern wird. Spätestens dann wird vom alten Reaktor 4 nicht mehr viel zu sehen sein. Die ukrainische Regierung plant den kompletten Rückbau des Reaktors und die Entsorgung aller radioaktiven Elemente.

Alle Exkursionen nach Tschernobyl erfolgen auf eigene Gefahr. Mit Buchung der Reise erkennt der Reisende unsere Haftungsausschluss an.

4 Tage
Individualreise
Städtereise
Mittelklassehotel
Frühstück
deutsch
Fahrer + Auto
zubuchbar
RBCHERN2
individuelle Reisebegleitung deutsch
Reiseverlauf nach Ihren Wünschen
mehr Zeit und Flexibilität als bei einer Gruppenreise
optionaler Besuch des AKW
    1. Tag Anreise
    2. - x. Tag Besuch der Sperrzone, Tschernobyl und Pripjat und des Atomreaktors
    Vorletzter Tag: Fahrt nach Kiew. Treffen mit einem Liquidator
    Letzter Tag Abreise

    1.Tag: Anreise nach Tschernobyl. Eintritt in die Sperrzone. Erste Besichtigungen.

    Vor Ihrer Anreise haben wir bereits die Genehmigung für Sie zum Betreten der Sperrzone bei den Verantwortlichen eingeholt und Sie zum gewünschten Termin dort avisiert.

    Unser deutschsprachiger Reiseführer holt Sie am Flughafen oder Bahnhof in Kiew ab, dort prüft er mit Ihnen sicherheitshalber alle nötigen Dokumente und evtl. erforderliche Ausrüstung auf Tauglichkeit. Anschließend fährt er mit Ihnen im Pkw in die Sperrzone. Auf der Fahrt sehen Sie einen Dokumentarfilm über die Katastrophe. In Tschernobyl werden Sie im Gebäude des Checkpoints Dityatki über die Sicherheitsvorkehrungen informiert, die beim Betreten der Sperrzone zu beachten sind.

    In der Sperrzone haben Sie Gelegenheit für erste Besichtigungen und Fototermine. Ihr Reiseführer kennt sich in der Zone sehr gut aus und kann Ihnen Tipps für eindrucksvolle Motive und Blickwinkel geben.

    Sie übernachten in einem kleinen einfachen, aber sauberen Hotel in der Sperrzone. Dort essen Sie auch zu Abend, es gibt traditionelle ukrainische Küche, die Zutaten kommen allesamt unkontaminiert von außerhalb der Sperrzone.
    Übernachtung in Tschernobyl

    2.-x.Tag: Weitere Exkursionstage in Tschernobyl.

    An den folgenden Exkursionstagen setzen Sie Ihre Besichtigungen in der Sperrzone fort. Sie unternehmen eine Rundtour durch Tschernobyl und besichtigen den Gedenkkomplex, die Sankt Ilja Kirche, das Denkmal "denen, die die Welt retteten". Sie nehmen das mächtige Überhorizontradar Duga, welches von der Sowjetarmee genutzt wurde, in Augenschein und halten am fast verschwundenen Ort Kopatschy, wo Sie den verlassenen Kindergarten besuchen.

    Am AKW Tschernobyl angekommen, sehen Sie die unvollendeten Reaktoren 5 und 6 mit ihren halbfertigen Kühltürmen. Den havarierten Reaktor Nr. 4 und seinen neu entstehenden Sarkophag können Sie aus einer Entfernung von 270m beobachten. Danach passieren Sie den "Roten Wald" und machen einen Fotostopp am Ortseingangsschild von Pripjat.

    Sie besichtigen die evakuierte Stadt Pripjat, die heute einer Geisterstadt gleicht und spazieren über die Leninstraße und den Hauptplatz der Stadt. Zu den zugänglichen verlassenen Gebäuden in Pripjat zählen u.a. der Kulturpalast, das Hotel Polyssia, der Supermarkt der Stadt, das Riesenrad, das Sportstadium, Schule und Schwimmhalle, sowie das Krankenhaus.

    Sie essen in der Kantine des AKW Tschernobyl zu Mittag (alles strahlungsfreie Kost, die von außerhalb der Sperrzone geliefert wird. Nicht im Reisepreis enthalten).

    Ausserdem können auf Wunsch Rücksiedler im Dorf Paryschiv besucht werden, die nach Jahren des Ansiedlungsverbots illegal in ihr alten Häuser zurückkehrten und dort geduldet werden. Wir unterstützen diese Rücksiedler beim Treffen mit einer Lebensmittelspende.

    Zubuchbarer Höhepunkt Ihrer Reise kann ein Besuch im AKW Tschernobyl sein, der folgende Besichtigungen enthält:

    1. Die Baustelle der neuen Hülle "Arch".
    Sie besuchen eine der Stufen des internationalen Projekts SIP „Transformation der Reaktorruine in ein ökologisch sicheres System“, den Bauplatz der NSC "Arch". Der Bau wird nach seiner Fertigstellung als neuer "Sarkophag" über dem alten installiert und reduziert erheblich die Gefahr, die vom bestehenden Sarkophag ausgeht. Zudem schafft er eine sichere Arbeitsumgebung, um die wichtigsten Phasen des Projekts durchzuführen: das Entfernen des alten Sarkophags, dessen anschließende Entsorgung und der Abbau der instabilen Strukturen des alten Reaktors.
    Die neue Schutzkonstruktion wird eine der größten Bogenstrukturen in der Welt. In einer Höhe von über 108 Meter spannen sich die Bögen über eine Breite von 162 Metern zu einer Bogenspannweite von über 257 Meter. Das Gewicht der Gesamtkonstruktion liegt über 25.000 Tonnen.

    2. Die Modellhalle im AKW-1 Tschernobyl.
    Hier werden die Mitarbeiter des Kernkraftwerks Tschernobyl die Besucher mit dem organisatorischen und technischen Aufbau der Anlage vertraut zu machen. Mit Hilfe des visuellen Layouts können Sie die Prozesse und den Mechanismus des AKW kennenlernen.

    3. Der "Goldene Korridor"
    Durch den „Goldenen Korridor“ gelangt man vom Sarkophag des Reaktors 4 des AKW Tschernobyl in den zerstörten Kontrollraum des Kraftwerks. Der berühmte und nicht enden wollende Gang ist der Schauplatz, der kaum wie ein anderer für die Hektik und die Panik des beteiligten Stationspersonal steht, die in der Katastrophennacht des 26. April unter unmenschlichen Bedingungen einen totalen Zusammenbruch des Reaktors und damit eine europäische, wenn nicht sogar globale Katastrophe verhinderten. Dabei durchquerten sie diesen Korridor hastig unzählige Male.

    4. Blockreaktorkontrollraum.
    Wenn das Herz des Atomkraftwerks der Kernreaktor ist, dann ist der Steuerblock sein Gehirn. Von hier aus wird die Titanatomeinheit, auch Energoblock genannt, gesteuert.Hier befindet sich die oberste Ebene des Bedienpersonals, von hier geht die Steuerung aller Kommunikationsknoten in der Reaktoreinheit und der Turbinenanlage aus. Hier treffen die Spezialisten alle nötigen Entscheidungen für den Betrieb des Meilers.
    Sie haben die Möglichkeit, am Schaltpult des verlassenen Energoblock 4 zu stehen und für einen Moment in die Vergangenheit zurückzublicken, sich in die Lage derer zu versetzen, die damals hier Entscheidungen treffen mussten, die wußten, in welcher Gefahr sie sich befanden, den enormen Druck der Verantwortung, des Wissens über die Schwere der Havarie.

    5. Denkmal für den unter den Trümmern des Reaktor begrabenen Valery Hodemchuk.
    Das erste Opfer des Reaktorunfalls von Tschernobyl 1986 wurde ein Mitarbeiter der Reaktorabteilung der 2. Schicht, Oberoperator der Hauptzirkulationspumpen Walerij Illjitsch Hodemtschuk. Die ihm anvertrauten Pumpen waren für den Abtransport der enormen Mengen Kühlwassers aus dem Reaktor verantwortlich, damit dieser nicht überhitzt.
    Im Moment der Explosion des Reaktors befand sich Hodemtschuk auf der Nordschleife des Reaktors, genau dort, wo die Wucht der Explosion ein Stück der Reaktorwand in eine Höhe von fast 50 Metern katapultierte. Teile der Anlage, Maschinenteile und Explosionsfragmente wurden aus dem Reaktor herausgeschleudert. Walerij Illjitsch wurde unter den Trümmern begraben.
    Übernachtung(en) in Tschernobyl

    Vorletzter Tag: Tschernobylmuseum. Liquidator.

    Am Vormittag sammeln Sie letzte Eindrücke in der Sperrzone von Tschernobyl. Anschließend kehren Sie nach Kiew zurück.

    Am Nachmittag besuchen Sie das Tschernobylmuseum und informieren sich über den genauen Hergang der Katastrophe. Anschließend berichtet Ihnen einer der ehemaligen Liquidatoren von der gefährlichen und für viele seiner Mitstreiter letztlich tödlichen Säuberungsaktion an den strahlenden Explosionsüberresten des havarierten Reaktors in Tschernobyl. Dabei geht er auch die persönliche Lebenssituation der Liquidatoren ein, in der sie vom ukrainischen Staat nur wenig Unterstützung erhalten.
    Übernachtung in Kiew

    Letzter Tag: Abreise

    Pünktlich vor Ihrem Abflug bringt Sie unser Fahrer zum Flughafen und verabschiedet sich von Ihnen. Sie treten die Heimreise an.
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