Minsk Städtereise

Reise in die weißrussische Hauptstadt


Die weißrussische Hautpstadt Minsk am Ufer des Flusses Swislatsch ist die perfekte Ausgangsbasis, um einen Einblick in das weite Land im Osten Europas zu bekommen. Die 2- Millionen Metropole liegt im Zentrum Weißrusslands (Belarus), von ihr aus kann man viele der interessantesten Orte auf Tagesausflügen erreichen.

Minsk an sich ist immer noch ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Die Transformationsprozesse, die die anderen Ex- Sowjetischen Republiken durchmachen mussten, sind an Belarus, wie man meinen möchte, beinahe gänzlich vorbeigegangen.
  Die härtere Hand, mit der das Land geführt wird und die vor allem in deutschen Medien gerne als "Letzte Diktatur Europas" betitelt wird, hat unter anderem dazu geführt, dass Belarus ein sehr sicheres und sauberes Reiseland ist. Die europäische Gastfreundlichkeit der Weißrussen tut ihr Übriges, Ihre Reise nach Minsk gleichermaßen angenehm und erlebnisreich zu machen.

Unser Reiseangebot ist vor allem für Touristen geeignet, die sich jenseits der erwähnten Klischees einen ersten Überblick über das Land Weißrussland und seine Hauptstadt Minsk verschaffen wollen. Sie erhalten einen Einblick in die Stadtarchitektur von Minsk, erfahren etwas über die Geschichte der Stadt und informieren sich über die derzeitigen Lebensbedingungen der Minsker und der Weißrussen.

Aufgrund des gemäßigt kontinentalen Klimas mit seinen warmen, trockenen Sommer und meist nicht übermäßig kalten Wintern ist Minsk zu jeder Jahreszeit eine Reise wert.

Wir empfangen Sie direkt bei Ihrer Ankunft durch einen deutschsprachigen Begleiter, der Sie unterhaltsam, landeskundig und immer individuell betreut. Sie wohnen auf Ihrer Reise in einer Unterkunft Ihrer Wahl, die Sie in unserer Buchungsanfragemaske wählen können. In unserem Minsk Reise Paket sind alle notwendigen Transfers und Eintrittsgelder eingeplant und im Reisepreis enthalten.

Für die Beschaffung des in Belarus nötigen Visums sind wir Ihnen gern behilflich, Sie können dieses wie auch Flug oder Zugfahrkarten als zusätzliche Leistungen in Ihrer Reisebuchung hinzubestellen.
4 Tage
Individualreise
Städtereise
nach Wahl
Frühstück
deutsch
Fahrer + Auto
zubuchbar
RBBELA1
Einblick in ein junges Land
lebendiges sowjetisches Vermächtnis
einzigartiges zusammenhängendes Architekturensemble
thematische Besichtigungen zur Wahl
    1. Tag Anreise
    2. Tag Stadtführung
    3. Tag thematische Besichtigungen
    4. Tag Abreise

    1.Tag: Anreise nach Minsk

    Heute reisen Sie nach Minsk. Dazu buchen wir Ihnen gern Zugfahrkarten oder Flugtickets nach Minsk.

    Sie kommen in Minsk an. Ihr deutschsprachiger Reiseführer empfängt Sie am Flughafen oder Bahnhof und heißt Sie in der weißrussischen Hauptstadt herzlich willkommen. Er bringt Sie in Ihre Unterkunft und ist Ihnen beim Check-in behilflich.

    Danach gibt Ihnen Ihr Reiseführer in gemütlicher Atmosphäre einen Einblick in das Land, die Eigenarten und die momentane politische Lage in Belarus. Außerdem besprechen Sie mit ihm das Programm der nächsten Tage und machen einen Abendspaziergang durch die Stadt.

    Den Abend beschließen Sie im Panoramacafé der Minsker Nationalbibliothek, von wo aus Sie einen einzigartigen Blick über die nächtliche Stadt gewinnen können. Danach kehren Sie in Ihre Unterkunft zurück.

    2.Tag: Sehenswürdigkeiten der belarussischen Hauptstadt

    Am zweiten Tag starten Sie nach dem Frühstück und unternehmen mit Ihrem Reiseführer eine Stadtbesichtigung, zu Fuß und mit dem Auto. Dabei besuchen Sie den größten Lebensmittelmarkt der Stadt und machen sich ein Bild von der Versorgungslage, sowie den regional üblichen Nahrungsmitteln der Weißrussen. Beim Gang durchs Stadtzentrum begegnen Sie vielen Sehenswürdigkeiten in Minsk, der russisch- orthodoxen Katharinenkirche, dem Freiheitsplatz, der orthodoxen Marienkathedrale und dem mondänen Hotel Europa.

    Da Minsk im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, mußten die Stadtplaner beim Wiederaufbau der Stadt keine Rücksicht auf alte Gebäude oder Stadtviertel nehmen. Statt dessen schufen Sie ein einzigartiges architekonisches Städteensemble streng im stalinistischen Zuckerbäckerstil, auch "sowjetischer Klassizismus" oder etwas spöttisch "pseudorealistischer Neoklassizismus" genannt. So gilt Minsk heute als Musterstadt dieses Baustils und betört mit beeindruckenden Prachtbauten, breiten Boulevards und weitläufigen Parkanlagen.

    Ihr Spaziergang durch die Stadt führt Sie über die zentrale Leninstraße und vorbei am staatlichen Kunstmuseum, dem Dynamo- Sportstadion, über den imposanten Bahnhofsplatz und den Unabhängigkeitsplatz mit zentralen weißrussischen Regierungsgebäuden.

    Weitere Sehenswürdigkeiten auf der Besichtigungsroute sind das Lenin Denkmal, die Kirche der Heiligen Simeon und Helena, die Hauptpost, das Hotel Minsk, das Gebäude des KGB, das staatliche Warenhaus GUM, die belarussische Nationalbank, der Palast der Republik auf dem Oktoberplatz, die Janka Kupala- Parkanlage mit dem Fluss Swislatsch, der Zirkus, der Platz des Sieges, der Zentrale Kinderpark, der Jakub Kolas Platz, die Philharmonie, das Verteidigungsministerium, die Nationale Ausstellungshalle BelExpo, das grosse Staatliche Akademische Theater für Oper und Ballett, die Troizker Vorstadt, die Maria Magdalena- Kirche, sowie der Minsk-Arena Sportkomplex und die neue Residenz des weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko.

    Unterwegs können Sie in einer typischen Speisehalle (Stolowaja) zu Mittag essen, wo auch der Minsker von nebenan sein Mittagsmahl einnimmt.

    Zu den für Minsk typischen, für westliche Touristen etwas skurrilen Sehenswürdigkeiten zählen Orte wie eines der Arbeiterstadtviertel, welches komplett von dem dort seit 1946 ansässigen Traktorenwerk geprägt ist und in dem für die Arbeiter dieses Werkes im Viertel neben den Wohngebäuden eine komplette Mikroinfrastruktur mit eigenen Kultur- und Sportstätten, Geschäften und Restaurants eingerichtet wurde.

    Nachdem Sie sich mit der Stadt bekannt gemacht haben, haben Sie am Nachmittag Gelegenheit, die Erkundigung auf eigene Faust fortzusetzen.

    Am Abend haben Sie Freizeit. Auf Wunsch besorgen wir für Sie gern Eintrittskarten für ein klassischen Ballett oder Konzert, zum Beispiel in der Minsker Staatsoper oder der Philharmonie. (je nach Spielplan) (F)



    Ein tolles Buch, das das Zentrum von Minsk als in sich abgeschlossenes Architekturensemble im Laufe der Zeit beschreibt, für den Autor die Sonnenstadt der Träume. Danach kann man gar nicht anders als nach Minsk zu fahren um es mit eigenen Augen zu sehen;).

    3.Tag: Besichtigungen in Minsk nach Wahl

    Für diesen Tag können Sie aus mehreren Besichtigungsvarianten je nach Vorliebe auswählen. Sollten Sie sich für mehrere dieser Wahlbesichtigungen interessieren, können wir Ihren Aufenthalt in Minsk wunschgemäß um eine oder mehrere Nächte verlängern.

    Erste Variante: Jüdisches Vermächtnis von Minsk
    Sie gewinnen einen Einblick in das ehemals jüdische Leben von Minsk. Dabei unternehmen Sie mit dem deutschsprachigen Stadtführer eine Führung im ehemaligen Ghetto der Stadt und besuchen das Mahnmal für die Opfer desselbigen, sowie einen ehemaligen jüdischen Friedhof. Anschließend besuchen Sie die Geschichtswerkstatt, die von deutschen Stiftungen gefördert wird und sich mit Ausstellungen und Zeitzeugenprojekten um Geschichtsaufarbeitung in Belarus bemüht.

    Sie besuchen das Jüdische Museum der Stadt unter Führung durch seinen Direktor und besichtigen die Exposition mit Ausstellungsstücken vom 16. Jahrhundert bis zum Holocaust. Auf besonderen Wunsch hin organisieren wir ein Treffen und Gespräch mit Zeitzeugen aus Minsk oder Umgebung.

    Die Tour dauert ungefähr einen halben Tag, die zweite Tageshälfte steht Ihnen zur freien Verfügung. (F)

    Zweite Variante: Spuren des Großen vaterländischen Kriegs und des Stalinismus
    Dieser Ausflugstag führt Sie auf die Spuren der Schrecken des Großen Vaterländischen Krieges, wie der Zweite Weltkrieg hier genannt wird, und des Stalinismus. Gleich zu Anfang der Tour passieren Sie mit Ihrem deutschsprachigen Reiseführer nördlich von Minsk Kurapaty, einen Wald aus Kreuzen, der direkt zu beiden Seiten des äußeren Autobahnrings gelegen ist. Er legt Zeugnis der erst vor kurzem stattgefundenen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte während der Stalinzeit ab.

    Von dort geht es weiter in Richtung des internationalen Flughafens von Belarus. Auf halber Strecke ragt Ihnen der Kurgan Slavy (deutsch: Ehrenhügel) entgegen. Mit seinen fünfzig, künstlich aufgeworfenen Metern stellt er eine der größeren Erhebungen im sonst sehr flachen Belarus dar und ist wie viele zeitgenössische Denkmäler dem Sieg im Großen Vaterländischen Krieg gewidmet, in dem Belarus, relativ gesehen, die größten menschlichen Verluste aller kriegsteilnehmenden Ländern erlitt. Jeder dritte Einwohner überlebte den Krieg nicht und die meisten Dörfer und Städte wurden dem Erdboden gleichgemacht.

    Dies spiegelt sehr eindrücklich die Gedenkstätte von Chatyn wieder (nicht zu verwechseln mit dem russischen Katyn bei Smolensk, wo die stalinistische Geheimpolizei tausende polnischer Offiziere ermordete), die wir im Anschluss besuchen. Chatyn steht stellvertretend für die zahllosen Dörfer und Ortschaften, die die Deutschen vor allem während der Zeit des Partisanenkrieges 1942-44 zerstörten, deren Einwohner sie meist komplett umbrachten. Im Falle von Chatyn wurden diese in die Dorfscheune gesperrt, die dann angezündet wurde. Der bekannteste belarussische Architekt, Leonis Lewin, der für viele Denkmäler in Verbindung mit dem zweiten Weltkrieg in Belarus verantwortlich zeichnet, hat an der Stelle wo der Ort Chatyn früher stand, 1969 ein sehr eindrucksvolles Mahnmal geschaffen.

    Nach einer Führung vor Ort machen wir uns zur letzten Station dieses Tages auf und besichtigen die sogenannte Stalin- Linie. Dieser 2005 eröffnete Open Air Museumskomplex ist den ersten Tagen des zweiten Weltkrieges gewidmet und bereitet die Geschichte dieser Verteidigungslinie auf, die zwischen 1928 und 1939 auf einer Länge von 1200km an der ehemaligen Grenze der UdSSR gebaut wurde.

    Auf dem Rückweg nach Minsk können Sie in einem typischen Dorfrestaurant einkehren, wo neben köstlichem Fleisch und Gemüse vom Grill selbstgemachte Getränke wie Kvas (vergorene Limonade aus Brot) und Medowucha (Likör aus Meerretich und Honig) gereicht werden.

    Für diese Tour planen wir einen ganzen Tag ein. (F)

    Dritte Variante: Besuch des Freiluftmuseums für weißrussische Volksarchitektur und Traditionen
    Am Vormittag lassen wir Ihnen Freizeit für einen Stadtbummel durch Misnk oder den Besuch eines der vielen interessanten Museen der Stadt. Dazu gibt Ihnen unser Stadtführer gern Tipps.

    Nach dem Mittagessen brechen Sie mit Ihrem Reiseführer in das Freilandmuseum Dudutki, wo Sie sich mit den Bräuchen und Traditionen von Belarus bekannt machen. Auf dem weitreichenden Areal bietet Ihnen Ihr Führer einen tiefen Einblick in das dörfliche Leben des späten 19. Jahrhunderts in Belarus.

    Sie besichtigen Bauernhäuser und Sakralbauten der Zeit, sehen Handwerkern bei Ihrer traditionellen Arbeit zu und werden eingeladen auch selbst mit anfassen.

    Die Besichtigung lassen Sie vor Ort bei einer Einkehr mit selbstgebranntem Brotwodka und hausgemachten belarussischen Spezialitäten ausklingen, dazu gehören ganz traditionell hausgebackenes Brot, eingelegte Salzgurken, Salo (marinierter Rückenspeck) und köstlicher Honig vom örtlichen Imker.

    Nach der Rückkehr nach Minsk steht Ihnen der Abend zur freien Verfügung. (F,A)

    Vierte Variante: Minsker Architektur im Spiegel der Zeit
    Wir widmen uns detailliert und facettenreich der "Sonnenstadt der Träume", wie der bekannte belarussische Schriftsteller Artur Klinau Minsk zu nennen pflegt. Das gleichnamige Buch ist eine Hommage an seine Heimatstadt, die in ihrer architektonischen Homogenität in dieser Art sicherlich weltweit einzigartig ist. Nirgends sonst konnte die zu Stein gewordenen Utopie des sowjetischen Sozialismus so Raum greifen wie hier, nirgends hatte sie nach dem Krieg so viel Platz, sich in all ihren Facetten, mit Ihrer strengen Geometrie, mit weitläufigen Parks und Boulevards so auszubreiten, wie in der belarussischen Hauptstadt.

    Was man fragmentarisch in Berlin, Riga oder Moskau sehen kann, wird hier zu einem großen Ganzen. Und nicht nur das, der Flirt mit dem westlichen Kapitalismus war bis heute nicht erfolgreich genug, als dass Minsk das uniforme Aussehen westlicher Großstadtzentren mit Ihren gleichförmigen Konsumtempeln hätte annehmen können, und wirkt schon deshalb wie angenehm aus der Zeit gefallen.

    Mit einem passionierten Architekten und Stadtphilosophen begeben wir uns auf Spurensuche. Sie starten ihre architektonische Tour im früheren alten Stadtzentrum (Troitskoye Predmestye), das 1982-85 geschliffen und komplett neu errichtet wurde. Neubauten, die historisch anmuten sollen, wollen nun, einem potemkinschen Dorf gleich, eine wenig bekannte architektonische Vergangenheit heraufbeschwoeren.

    Danach unternehmen Sie einen Spaziergang durch die neoklassizistische Innenstadt und besichtigen zuerst zwei Gebäude die den Krieg überstanden haben - zum einem das Haus der Offiziere von 1939, in dem sich heute ein Theater befindet, und das Parlament von 1934. Beide Gebäude befinden sich auf dem Unabhängigkeitsplatz, weiterhin die Stadtverwaltung, die pädagogische Universität und die Kirche des heiligen Simon und der heiligen Helena. Sie besichtigen das imposante Gebäude der Hauptpost und ein Stück weiter das KGB- Gebäude, eines der ersten Gebäude, das nach dem Krieg errichtet wurde.

    Weitere interessante und sehenswerte Gebäude im Minsker Zentrum sind das zentrale staatliche Kaufhaus (ZUM), der Palast der Republik, der Zirkus und das Sportstadium Dynamo.

    Neben den stalinschen Zuckerbäckerbauten begegnen uns im Stadtzentrum auch einige Bauwerke der Avantgarde, wie zum Beispiel das Ministerium für Außenangelegenheiten. Gemeinsam mit Ihrem Führer schlendern Sie durch den Gorkipark bis zum monumentalen Siegesplatz und besichtigen das in der Nähe gelegene Minsker Bolschoi-Theater, in seiner Form größer als der bekannte Moskauer Namensvetter.

    Während eines Besuchs bei Viktor Silvestrovich, der in einer typischen Plattenbauwohnung der 1960er Jahre wohnt (in einer sogenannten Chruschtschowka, benannt nach Stalins Nachfolger), tauchen wir bei einem Gläschen Selbstgebrannten in den Mikrokosmos Plattenbau ein. Gegenüber von Viktors Wohnung findet sich eines der wenigen zeitgenössischen Wahrzeichen der Stadt, die Nationalbibliothek. Am dreiundzwanzig Stockwerke hohen Gebäude in der Form eines Diamanten scheiden sich die Geister.

    Nach einem kurzen Abstecher in den ältesten Mikrorayon der Stadt, der gleich nach dem Krieg um das riesige Traktorenwerk „Belarus“ gebaut wurde und in dem bis heute ca. 22.000 Menschen arbeiten, beschließen wir den Tag mit einem abendlichen Besuch der Aussichtsplattform im 25. Stock des Hotels Belarus mit Blick über das gesamte Minsker Stadtzentrum. (F)

    4.Tag: Abreise aus Minsk

    Der vierte Tag ist Ihr Abreisetag. Falls noch Zeit ist, können Sie mit uns entweder noch weitere Erkundungen abstimmen oder sich auf eigene Faust Minsk weiter zu eigen machen. Rechtzeitig vor Ihrer Abreise bringen wir Sie aber selbstverständlich wieder zum Bahnhof oder Flughafen.

    Von dort geht es heimwärts oder zu einem weiteren spannenden Reiseziel in Osteuropa, zum Beispiel nach Kiew oder Sankt Petersburg. Auch das Baltikum ist eine Reise wert. (F)

    Verpflegungsschlüssel: F= Frühstück, A= Abendessen
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