Reise nach Grodno und Umgebung

Am Rande der Bialowieczska Puschtscha


Im Nordwesten Weissrusslands, unweit der Grenze zu Polen liegt Grodno (Hrodna), eines der kulturellen und wirtschaftlichen Zentren von Belarus. Seine geographische Lage, sowie seine Vielfalt an Kultur und Natur machen es zu einem ungewöhnlichen, aber nicht weniger reizvollen Ziel für eine Grodno Reise.

Neben der vielfältigen Geschichte Grodnos und des nördlichen Weißrussland umtreibt uns auf der Reise immer wieder die Frage nach dem Verhältnis des Menschen zur Natur in Belarus - sei es im Biosphärenreservat Bialowiecza, welches seit mehreren Jahrhunderten unberührt ist, in den Kreidebrüchen von Krasnoselsk und den renaturierten Seen rundum oder auf der Ziegenfarm von Natalja Nikolajewna. Sie lernen auf der Reise interessante Weißrussen kennen, die Ihnen einen ganz persönlichen Einblick in die belarussische Lebensrealität geben.
  Die Anreise kann sowohl über die litauische Hauptstadt Vilnius, den zukünftigen Flughafen Olsztyn in den polnischen Masuren, als auch über Minsk erfolgen - von allen Orten fahren bequeme Reisebusse über die gut ausgebauten Landstraßen nach Grodno. Dazu finden wir gemeinsam mit Ihnen die ideale Variante und buchen diese für Sie. Wir betreuen Sie vor Ort durch unseren erfahrenen deutschsprachigen Reiseführer, der Sie zwischen Ankunft und Abreise zuverlässig führt, Ihnen alle Fragen zu Grodno und Weissrussland beantwortet und bei Gesprächen mit den Einheimischen gerne dolmetscht.

Wir bringen Sie in einem gemütlichen Mittelklassehotel mit westlichem Komfort im Herzen von Grodno unter, von wo aus Sie abends nur ein paar Schritte in ein nettes Restaurant erreichen. Das gleiche gilt für einen Spaziergang durch die historische Altstadt und die Fußgängerzone.

Die Reise nach Grodno läßt sich wie schon erwähnt sehr gut mit einem Aufenthalt in Minsk oder einem Städtetrip nach Vilnius verbinden. Zu diesen und weiteren Kombinationsmöglichkeiten beraten wir Sie jederzeit gern.
6 Tage
Individualreise
Städtereise
Mittelklassehotel
Frühstück
deutsch
Fahrer + Auto
nicht enthalten
RBBELA4
Einblick in die Geschichte des nördlichen Belarus
persönliche Begegnungen mit Bewohnern Weißrusslands
sanfte Riesen in der Bialowieczska Puschtscha
    1. Tag Anreise
    2. Tag Stadtbesichtigung
    3. Tag Augustowski Kanal
    4. Tag Umgebung Grodnos
    5. Tag Umgebung Grodnos
    6. Tag Abreise

    1.Tag: Anreise nach Grodno

    Nach Grodno (weissrussisch Hrodna) kann man im bequemen Reisebus oder der Eisenbahn reisen. Unser deutschsprachiger Reiseführer holt Sie am Bahnhof ab und heißt Sie herzlich in Grodno willkommen. Dann bringt er Sie mit dem Taxi in Ihr im Zentrum der Stadt gelegenes Hotel.

    Dort angekommen ist er Ihnen beim Bezug Ihrer Zimmer und den Registrierungsformalitäten behilflich, bespricht mit Ihnen das Programm der kommenden Tage, gibt Ihnen wertvolle Tipps zur Stadt und zum Land und beantwortet alle Ihre Fragen.

    Der restliche Abend steht Ihnen zur freien Verfügung.

    2.Tag: Stadtbesichtigung der Grodnoer Altstadt

    Nach dem Frühstück holt Sie ihr Reiseführer vom Hotel ab und unternimmt mit Ihnen einen ausgehnten Stadtspaziergang.

    Vom Hotel ist es nicht weit zu dem Ort an dem die Stadt Grodno im Jahre 1128 als Festung im Nordosten der Kiewer Rus gegründet wurde. Dort befinden sich zwei Königsschlösser praktisch nebeneinander, das Neue und das Alte Schloss. Das Alte Schloss, erbaut gegen Ende des 14. Jahrhunderts, war zentraler Teil des Grodnoer Festungskomplexes bevor es im 16. Jahrhundert vom italienischen Architekten Scotta im Renaissancestil umgebaut wurde. Heute befindet sich dort das historisch-archäologische Museum der Stadt, das unter anderem die Entwicklungsgeschichte der Stadt anschaulich darstellt und auf Wunsch besichtigt werden kann.

    Das Neue Schloss beherbergt ebenfalls eine Museum, es wurde 1751 als Sitzungsort des polnisch-litauischen Sejm im Rokokkostil erbaut, 1795 dankte hier der letzte polnische König Stanislaus August Ponjatowski ab. Nach der Zerstörung im zweiten Weltkrieg wurde das Schloss 1952 wiederaufgebaut, nunmehr im klassizistischen Stil.

    Von dort ist es nicht weit bis zur Kirche der Heiligen Boris und Gleb, eine der ältesten Sakralbauten in Belarus, datiert von 1180.

    Anschließend gehen wir zum Leninplatz. Dieser besteht in Grodno aus zwei Teilen; der "moderne“ Teil mit dem obligatorischen Lenindenkmal, der andere Teil ein Architekturensemble das am Ende des 18. Jahrhunderts nach Plänen von Antoni Tyzenhaus entstanden ist. Tyzenhaus war ein einer ursprünglich deutschen Adelsfamilie entstammender Vertrauter der letzten polnischen Königs, der als Reformator und Pionier der Industrialisierung der Region zu dieser Zeit eine wichtige Rolle spielte und dessen Name mit der Stadt untrennbar verbunden ist. Vor Ort sind das Gebäude der alten Musikschule, des Drama Theaters und des Stadtarchivs zu besichtigen.

    Danach geht es über den Stadtpark (Ende des 18. Jahrhunderts befand sich hier einer der renommiertesten botanischen Gärten Europas, benannt nach dem französischen Botaniker Jean Emmanuel Gilibert, der auf Geheiß Tyzenhausens als Arzt und Biologe nach Grodno kam) zur evangelisch lutheranischen Kirche. Ursprünglich im 17. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut, datiert der größte Teil der Kirche auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhundert. Vor Ort bietet sich die Gelegenheit, mit dem Pastor über die Kirchengeschichte und das Nebeneinander der Religionen zu sprechen.

    Danach besuchen Sie die zentrale orthodoxe Pokrowskaja- Kathedrale (Begräbniskathedrale). Sie wurde 1904 bis 1905 zu Ehren der gefallenen Soldaten des Grodnoer Oblasts im Russisch-Japanischen Krieg erbaut, das Geld haben die Einwohner der Stadt Grodno gesammelt. Um eine Vorstellung vom byzantinischen Ritus zu bekommen, lädt je nach Tageszeit ein Gottesdienst zum Verweilen ein.

    Von dort geht es auf die Sowjetskaja Strasse, die zentrale Flaniermeile im Stadtzentrum. Ähnlich wie ihre Namensschwester in Brest besteht sie zum Großteil aus liebevoll restaurierten Kaufmannshäusern vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Heute befinden sich hier kleine Läden, Kaffees und Restaurant. In eines dieser typischen belarussischen Restaurants können Sie zum Mittagessen einkehren.

    Grodno Reisebuchtipp


    Grodno Reiseführer


    Gestärkt setzen Sie Ihren Spaziergang durch die Sowjetskaja Straße fort, der Sie weiter auf den Hauptplatz der Stadt, den Sowjetskaja Ploshad, führt. Dort besuchen Sie die zentrale Kathedrale, die größte katholische Kirche in Belarus. Sie wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts, während Stefan Bathory als König von Polen und Großfürst von Litauen die Gegend regierte, erbaut. Reich ornamentiert ist sie besonders bekannt für ihren Altar und die ihn umgebenen hölzernen Heiligenfiguren. Bemerkenswerterweise wurden hier auch während der Sowjetzeit Gottesdienste abgehalten, da Stalin die tiefe Religiösität der Bevölkerung nicht gänzlich unterdrücken konnte.

    Zum Abschluss der Stadtführung tauchen wir noch in die bewegte und nicht selten tragische jüdische Geschichte der Stadt ein. Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges war rund die Hälfte der Stadtbevölkerung jüdisch. Aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die zentrale Synagoge erhalten. Während der Sowjetzeit stand sie leer, im Zuge der Perestroika zu Beginn der 1990er Jahre wurde das Gebäude allerdings der jüdischen Gemeinde zurückgegeben und bis heute fast vollständig restauriert. Es ist ein kleiner Kreis von zumeist Älteren geblieben, die die Religion noch aktiv pflegen. Der Gemeindevorsteher gibt Ihnen gerne einen Einblick und zeigt Ihnen das kleine der Synagoge angeschlossene Museum zur Geschichte der Grodnoer Juden.

    Danach entlässt sie ihr Führer wieder auf die Sowjetskaja Strasse, wo sich die Gelegenheit zu weiterem Stadtbummel und Souvenireinkäufen bietet.

    Am Abend haben Sie Freizeit. Auf Wunsch besorgen wir für Sie gern Eintrittskarten für eine kulturelle Veranstaltung, zum Beispiel für die Philharmonie oder das Puppentheater (je nach Spielplan). Für einen kulinarischen Ausklang des Abends empfehlen wir Ihnen das hervorragende Restaurant Stari Langus unweit Ihres Hotels, in dem in uriger Atmosphäre lokale Speisen gereicht werden. (F)

    3.Tag: Ausflug zum Augustowski Kanal

    Nach dem Frühstück holt Sie Ihr Reiseführer vom Hotel ab, gemeinsam fahren Sie circa 25 km nach Norden zum sogenannten Augustow-Kanal. Der Kanal wurde von 1823 bis 1839 errichtet, um die Flüße Weichsel und Memel (russisch Neman) zu verbinden und so einen Wasserweg zur Ostsee zu erschließen.

    Durch die wechselhafte Geschichte der Region war er wirtschaftlich schon bald nicht mehr relevant, heute wird er ausschließlich für den Tourismus und für Sportschifffahrt genutzt. Er erstreckt sich auf einer Länge von 101 Kilometern von Weissrussland bis nach Polen, den Höhenunterschied von 55 Metern überbrücken 18 Schleusen. Vier dieser Schleusen und 21 Kilometer des Kanals liegen auf belarussischem Territorium. Am Ufer eröffnet sich dem Besucher eine malerische Landschaft, die zum Spazieren einlädt. Vor Ort unternehmen wir eine kleine Schifffahrt (ca. 1 Stunde) und legen danach ein Picknick am Wasser ein.

    Auf dem Rückweg statten wir dem kleinen Dorf oder vielmehr dem angrenzenden imposanten Schloss Swjatsk einen kurzen Besuch ab. Wie aus Zeit und Raum gefallen steht das renovierungsbedürftige Juwel, das 1779 vom italienischen Architekten Guiseppe Sakko für die Adelsfamilie der Valovichi erbaut wurde, inmitten der weiten Ebene.

    Danach folgt noch eine Rast im Freilichtmuseum Korobtshitsi. Dort kann man einen Eindruck vom dörflichen Leben der Region im 19. Jahrhundert gewinnen, außerdem werden Kutschfahrten und dergleichen angeboten.

    Am frühen Abend kehren Sie nach Grodno zurück. Nach einer Verschnaufpause holt sie Ihr Reiseführer ab und nimmt sie mit zu einer befreundeten belarussischen Familie, wo Sie gemeinsam zu Abend essen. Sie haben die Gelegenheit, köstliche lokale Spezialitäten, darunter die so typischen Draniki, Borschtsch oder einen typischen Hausgebrannten (russisch: Samogon), zu probieren und einen privaten Einblick in die Lebensrealität Ihrer Gastgeber gewährt zu bekommen. (F, M, A)

    4.Tag: Ausflug - Land und Leute in der Umgebung von Grodno

    Am Morgen holt Sie Ihr Reiseführer nach dem Frühstück mit dem Auto vom Hotel ab, gemeinsam verlassen Sie Grodno gen Süden. Das Ziel des zweitägigen Ausflugs ist der Nationalpark Bielowieczska Puscha (belarussisch: Belaweschskaja Puschtscha), einen der letzten Tieflandurwälder in Europa, eingetragen im Unesco Weltnaturerbe. Auf dem Weg dorthin bieten sich vielfältige Gelegenheiten, Land und Leute besser kennenzulernen.

    Unser erster Stop an diesem Tag sind die die Kreidebrüche nahe das Städtchens Krasnoselk, auch betitelt als die "belarussischen Malediven". Der Kreideabbau hat hier in den letzten 100 Jahren tiefgreifende Spuren in der Landschaft hinterlassen, in den bis zu vier Kilometer langen Abbaugruben sind Seen entstanden, deren azurblaues Wasser und deren weiße, steil abfallende Ufer nicht erahnen lassen, dass man sich hier mitten in Belarus befindet. Ehemals ein Bade und Angelparadies, unter anderem auch gern als kostengünstige Kulisse für Werbung und Musikclips genutzt, sind die Melovie Kareri mittlerweile ein für die Öffentlichkeit gesperrtes Territorium. Ein Mitarbeiter der örtlichen Verwaltung öffnet uns allerdings die Tore und gibt Ihnen einen Einblick in die einmalige Landschaft und die gegenwärtige wirtschaftliche Nutzung des Territoriums.

    Im Anschluss fahren wir ein Stück weiter nach Osten in das Dorf Bolshoj Rogoznice, wo uns eine interessante orthodoxe Kirche erwartet. Sie wurde 1906 aus gehauenen Felsbrocken von umliegenden Feldern im romanischen Stil mit Elementen des Konstruktivismus erbaut. Was die der Jungfrau Maria geweihte Kirche für die Region einmalig macht ist die strenge Ästhetik, die eher an lutheranische Kirchen in Skandinavien oder im Baltikum erinnert.

    Bevor wir am frühen Nachmittag das Rajonzentrum Waukawysk (russ. Wolkowysk) erreichen, kehren wir bei Natalia Nikolaewna ein. Sie gab vor zehn Jahren ihren Job als Ingenieurin in der Stadt auf und bewirtschaftet seitdem mit ihrem Sohn einen Bauernhof. Von den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Ziege überzeugt, hat sie sich seit drei Jahren vollends auf die gutmütigen Paarhufer spezialisiert. Sie lebt vor allem von der Milch ihrer ca. 400 Ziegen, die sie an einen staatlichen Molkereibetrieb liefert. Als eigenständige Agrarunternehmerin, die über ihre Subsistenz hinaus wirtschaftet, ist sie neben der fast vollständig vom Staat kontrollierten Kolchoswirtschaft ein Unikum, hat aber durch hartnäckige Beharrlichkeit ihren Platz gefunden. Sie blicken Valentina beim nachmittäglichen Melken über die Schulter und sind eingeladen es selbst zu versuchen. Beim anschließenden Mittagessen lassen sie sich ihr hausgemachtes Essen und ein Glas frischer Ziegenmilch schmecken.

    Danach passieren wir das verschlafene Waukawysk, wo uns am Marktplatz wie in fast allen größeren Gemeinden in Belarus noch Lenin den Weg weist. Das Städtchen beherbergt ein kleines, aber spannendes Museum, das auf Wunsch besichtigt werden kann. Es ist Pjotr Iwanowitsch Bagration gewidmet, der in der Gegend um Waukawysk im Jahre 1812 als Feldherr der russischen Armee gegen Napoleon kämpfte.

    Im Anschluss geht es weiter gen Süden, wo wir gegen frühen Abend das von Alla Mihailovna bewirtschaftete einsame Landgehört mitten im wilden Herzen des Nationalparks erreichen. Alla hat das über 100 Jahre alte Gehöft vor vier Jahren übernommen und liebevoll im bäuerlichen Stile der Jahrhundertwende restauriert.

    Den ereignisreichen Tag können Sie bei Lagerfeuer, Schaschliki (zarte marinierte und dann auf dem Grill zubereitete Fleischspieße, die Ihnen Ihre Gastgeberin gern zubereitet) und Bier ausklingen lassen. Zur Entspannung bietet sich außerdem ein Gang in die russische Banja (Sauna) mit anschließender Abkühlung im angrenzenden See an. (F, M)

    5.Tag: Die Bialowieczska Puschtscha.

    Sie starten den Morgen mit einem ausgiebigen Frühstück, zu dem Ihnen Ihre Gastgeberin unter anderem Selbstgebackenes, frische Eier, Dranniki (herzhafte Kartoffelpuffer), Sirniki (Quarkkeulchen) und Heißgetränke aus frischem Brunnenwasser reicht.

    Danach haben Sie eine Verabredung zur Fotosafari mit einem pensionierten Jäger, der mit Ihnen das umliegende Terrain erkundet, in dem bis heute Wisente und viele andere Wildtiere frei leben. Erfahren führt er Sie an Futterplätze und Äszonen, wo Sie die beeindruckenden sanften Kolosse in freier Wildbahn beobachten und dabei Fotos schießen können. Als fachkundiger Gefährte gibt er Ihnen einen tiefen Einblick in dieses einmalige Biosphärenreservat.

    Nach der Rückkehr zum Gehöft bietet sich die Gelegenheit, ins kalte Nass zu springen oder sich im Angeln zu versuchen, bevor die Reise zurück nach Grodno geht, das wir am frühen Abend erreichen.

    Der Abend in Grodno steht zu Ihrer freien Verfügung. (F)

    6.Tag: Abreise aus Grodno

    Je nach Abfahrtszeit Ihres Zuges können Sie den Tag in Grodno auf eigene Faust verbringen und sich hierfür von Ihrem Reiseführer noch einige Tipps geben lassen.

    Unser Fahrer holt Sie rechtzeitig im Hotel ab und bringt Sie zum Bahnhof, wo Sie Ihre Belarusreise fortsetzen oder die Heimreise antreten. (F)
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