Weißrussland Kultur Rundreise

Entdeckungsreise zu Kunst und Kultur in Belarus


Auf unserer individuellen Weißrussland Reise entdecken Sie eines der letzten kaum bekannten Länder Europas. Die Republik Belarus hat in den vergangenen 25 Jahren zu einem für Touristen attraktiven Reiseziel entwickelt.

Weißrussland gilt als Hort religiöser Vielfalt und hat in den vergangenen Jahrhunderten eine wechselhafte Geschichte erlebt, wovon zahlreiche Denkmäler zeugen.  Dazu lernen Sie namhafte weißrussische Künstler kennen, die heute international hohes Ansehen genießen.
  Auf Ihrer Reise nach Weißrussland treffen Sie auf vielfältige Art mit Weißrussen verschiedener Herkunft zusammen und können sich in den persönlichen Gesprächen ein eigenes Bild vom Leben in dem osteuropäischen Land machen. Sie tauchen in quirlige Metropolen ein und erleben die Stille der dünn besiedelten weissrussischen Landschaft.

Unterwegs wohnen Sie in guten Unterkünften mit den Annehmlichkeiten des modernen Lebens, teils in Hotels der Mittelklasse, teils guten Pensionen.

Sie können Ihre Reise durch zahlreiche Wahloptionen optimal an Ihre Wünsche anpassen. Für Ihre Reise von A nach B können Sie zum Beispiel selbst entscheiden, ob Sie im Mietwagen selbst fahren möchten, was Ihnen auf der Fahrt Freiraum für kleinere Abstecher und Abenteuer gibt, oder ob Sie auf der Reise durch Weißrussland lieber von einem erfahrenen, ortskundigen Chauffeur gefahren werden möchten.

Sie werden auf der Reise durchgehend von einem deutschsprachigen Reiseführer betreut (als Selbstfahrer auf kleineren Abschnitten telefonisch). So erhalten Sie einen tiefen Einblick in das kulturelle Erbe Weißrusslands und die realen Lebensverhältnisse der Bewohner der "letzten Diktatur Europas".

Sollten Sie Fragen zu dieser individuellen Reise durch Weißrussland haben, antworten wir gern und beraten Sie umfassend.
14 Tage
Individualreise
Rundreise
Mittelklassehotels
nach Wahl
deutsch
nach Wahl
zubuchbar
RRBELA1
    1. Tag Anreise
    2. Tag Minsk
    3. Tag Mir, Njaswisch
    4. Tag Brest, Bielowieschska Puschtscha
    5. Tag Polesien
    6. Tag Grodno, Navahrudak
    7. Tag Iwje, Smargon, Narotsch
    8. Tag Braslau
    9. Tag Polozk
    10. Tag Witebsk
    11. Tag Orscha, Mogiljow (Mahiljau)
    12. Tag Bobruisk
    13. Tag Minsk
    14. Tag Abreise

    1.Tag: Anreise nach Belarus. Minsk

    Heute reisen Sie nach Minsk. Dazu buchen wir Ihnen gern Zugfahrkarten oder Flugtickets nach Minsk (s. Buchungsanfrage Reiseoptionen).

    In der weißrussischen Hauptstadt angekommen, empfängt Sie Ihr deutschsprachiger Reiseführer und heißt Sie in Minsk herzlich willkommen. Gemeinsam checken Sie in Ihre Unterkunft ein.

    Gemeinsam besprechen Sie mit ihm das anstehende Programm und unternehmen einen Spaziergang durch das abendliche Minsk, dabei gibt Ihnen Ihr Reiseführer einen Einblick in das Flair und die Besonderheiten des Landes. Im Anschluss bringt Sie Ihr Reiseführer zurück in Ihre Unterkunft.
    Übernachtung in Minsk

    2.Tag: Stadtbesichtigung Minsk

    Nach dem Frühstück holt Sie Ihr Reiseführer vom Hotel ab. Gemeinsam starten Sie zu einer Stadtbesichtigung, durch das Minsker Stadtzentrum, dabei begegen Sie Sehenswürdigkeiten wie dem Freiheitsplatz, der orthodoxen Katharinenkirche und der Marienkathedrale. Beim Wiederaufbau der Stadt nach dem zweiten Weltkrieg entstand ein, in seiner stringenten Bauweise einzigartiges architektonisches Stadtensemble im Stile des sowjetischen Klassizismus, spöttisch auch pseudorealistischer Neoklassizismus genannt.

    Mit seinen breiten Boulevards, den Prachtbauten im stalinschen Zuckerbäckerstil und großzügigen innerstädtischen Parkanlagen gilt Minsk als Musterstadt der architektonischen Utopie des Sozialismus.

    Einige der Sehenswürdigkeiten, die Sie auf Ihrem Weg durch die Stadt erkunden, sind die Leninstraße, das Kunstmuseum, der prachtvolle Bahnhofsplatz, das Sportstadion Dynamo, der große Minsker Unabhängigkeitsboulevard mit seinen vier zentralen Plätzen, auf denen sich die Regierungsgebäude, das Konzerthaus, die Philharmonie und andere architektonische Baudenkmäler der späten 1950er Jahre befinden. Außerdem besichtigen Sie die Hauptpost, das Gebäude des KGB (der in Belarus auch immer noch so heißt), die Staatsoper, die Troizker Vorstadt, den Siegespark und schließlich die neue Residenz des weißrussischen Präsidenten.

    Nach dem Mittag, für das wir Ihnen eine typischen Speisekantine (Stolowaja) empfehlen, wo die Minsker gerne, gut und deftig essen, erkunden wir mit dem Auto einige andere spannende Orte der belarussischen Hauptstadt. Einer davon, ein Arbeiterstadtviertel, befindet sich rund um eine der größten Fabriken des Landes, des Traktorenwerks „Belarus“, welches dort seit 1946 existiert. Für die Beschäftigten des Werkes wurde hier ein komplettes Stadtviertel im typisch stalinistischen Baustil erschaffen, das bis heute erhalten ist.

    Im Anschluss daran haben Sie Gelegenheit, Minsk auf eigene Faust weiter zu erkunden.

    Für den Abend besorgen wir Ihnen gerne Eintrittskarten fürs Ballett, die Staatsoper oder ein Konzert in der Philharmonie. (je nach Spielplan)
    Übernachtung in Minsk (F)

    3.Tag: Von Minsk nach Brest, Besichtigung der Schlossensembles Njaswisch und Mir, Unesco Weltkulturerbe

    Am Morgen holt sie Ihr Reiseführer von Ihrer Unterkunft ab. Gemeinsam machen Sie sich auf in Richtung Brest.

    Das erste Fahrtziel ist die Kleinstadt Mir. 1522 ließ die Magnatenfamilie Illintschi das heute zum Weltkulturerbe gehörende Schloss Mir errichten, ein Kleinod im Stile der Magnatenarchitektur mit gotischen, Renaissance- und Barockelementen. Mir entwickelte sich seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu einem wichtigen Zentrum des Judentums, bis heute kann man die architektonischen Spuren des ehemaligen Shtetls sehen.

    Nach einer Besichtigung des Schlosses und einem Bummel durch die Stadt fahren wir ins 30km entfernte Njaswisch, eines der Zentren des mittelalterlichen Weissrussland. Hauptsehenswürdigkeit des Städtchens ist die ehemalige Residenz der Radzivilen, ein imposantes Wasserschloss, umgeben von einem Parkkomplex, der im 17. Jahrhundert erbaut wurde. Nicht minder nteressant sind die umliegenden Kirchen, ein altes Kloster, das Rathaus, einfach das Gesamtensemble der Stadt.

    Die Gegend um Mir und Njaswisch ging 1568 in den Besitz des Adelsgeschlechtes der Radzivilen über, die über drei Jahrhunderte herrschten und der Region ein großes Erbe hinterließen. Während in Belarus fast überall das orthodoxe Kreuz vorherrscht, ist die Mehrzahl der Gotteshäuser in dieser Gegend katholisch, ein Zeichen dass sich die alte Aristokratie näher an Polen als an Moskau orientierte.

    Gegen Abend erreichen wir Brest, nach dem Bezug des Hotels bietet sich die Gelegenheit zu einem abendlichen Bummel durch die Fußgängerzone und einer Einkehr in einem landestypischen Lokal.
    Übernachtung in Brest (F)

    4.Tag: Brest, Brester Festung, Bialowieczer Puscha (weißruss. Belaweschskaja Puschtscha)

    Mit dem Reiseführer spazieren Sie gemütlich durch Brest. Sie erhalten einen geschichtlichen Abriss zur fast 1000-jährigen Geschichte der Stadt. Der Rundgang durch Brest führt Sie zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Denkmälern, unterwegs kann das Stadtmuseum besucht werden. Sie nehmen das beeindruckende neoklassizistische Architekturensemble des heutigen Leninplatzes in Augenschein, welches aus den 1920er-30er Jahre stammt, in denen Brest noch unter polnischer Führung stand.

    Sie besuchen die Nikolaikirche und schlendern über den örtlichen Kolchosmarkt, der allerlei Spezialitäten zum Verkosten bietet. In der staatlichen Kunsthalle kann man Bilder und Plastiken Brester Künstler bewundern. Das Großwarenhaus ZUM bietet die Vielfalt der in Belarus hergestellten Waren und Produkte, nebenan besuchen Sie die Kathedrale des Heiligen Simeon (sie war die erste im „Neuen“ Brest) und gönnen sich einen Bummel über die Fußgängerzone der Stadt. Hier essen Sie zu Mittag.

    Am Nachmittag besuchen Sie die Brester Festung am Zusammenfluß von Muchwez und Bug, eine der größten Festungsanlagen des russischen Reichs und zentraler Kriegsschauplatz im Zweiten Weltkrieg. Sie erkunden das weitläufige Territorium, die monumentalen Ehrendenkmäler, die auf dem Gelände befindliche Nikolaikirche. Mehrere kleine Museen geben Einblick in die frühzeitliche Besiedlung der Region, die Geschichte der Festung im Zweiten Weltkrieg und eine Sammlung beschlagnahmter Kunstgegenstände.

    Am späten Nachmittag verlassen Sie Brest und fahren in den Nationalpark Bielowieczska Puscha (Belaweschskaja Puschtscha). Der Nationalpark, einer der letzten Tieflandurwälder in Europa gehört mittlerweile zum Unesco Weltnaturerbe. Auf dem Weg dorthin besichtigen Sie in Kamenez den sehenswerten steinernen Wachturm, der seit dem 13. Jahrhundert die hölzerne Festung des Städtchens bewachte.

    Sie übernachten direkt am Rande des Nationalparks auf einem fast einsamen Landgehöft, wo Sie in einem komfortablen Holzhaus untergebracht sind. Abends können Sie den Tag bei Lagerfeuer, Schaschlyk (marinierte, gegrillte Fleischspieße) und Bier ausklingen lassen. (F)

    5.Tag: Exkursion Nationalpark, Ausflug Polesien

    Vor dem Frühstück treffen Sie einen Parkranger, der Sie in das Biosphärenreservat mitnimmt, wo noch heute die letzten freilebenden Wisente in Europa beheimatet sind. Zwischen Mai und August bietet sich mit etwas Glück die Gelegenheit, in der Morgendämmerung mit dem Ranger auf einem Hochsitz einige der sanften Riesen zu beobachten und zu fotografieren.

    Im Anschluss daran stärken Sie sich bei einem reichhaltigen Frühstück mit frischen Eiern und Selbstgebackenem.

    Danach brechen Sie zu Ihrer Fahrt durch Polesien auf, den interessantesten Teil Westweissrusslands. Während der Fahrt genießen Sie die weitläufige Landschaft und entdecken Orte, die von der bewegten Geschichte des Landstrichs zeugen.

    In Pruschany am Zusammenfluss von Mucha und Wez besichtigen Sie die heute noch betriebsamen und gut erhaltenen Tuchhallen von 1896 und die Alexander-Newski Kirche. In Ruschany schauen Sie sich die ehemalige Synagoge der Stadt und ein weitläufiges Palastensemble an, das nach einem Brand 1914 fast vollständig sich selbst überlassen blieb, heute ein surreales Zeugnis der reichen Kultur im Großfürstentum Litauen um 1770.

    Danach besichtigen Sie in das Dorf Bolshoj Rogoznice eine interessante orthodoxe Kirche im romanischen Stil mit Elementen des Konstruktivismus. Sie wurde 1906 aus gehauenen Felsbrocken von umliegenden Feldern in einem strengen Stil erbaut, der eher bei lutheranische Kirchen in Skandinavien oder im Baltikum zu finden ist.

    Nahe das Städtchens Krasnoselk besuchen Sie die "belarussischen Malediven", ausgedehnte Kreidebrüche, die heute rekultiviert werden und sich zu einer beeindruckenden Landschaft entwickeln. Das azurblaue Wasser und die weißen, steil abfallende Ufer bieten malerische Ausblicke.

    Zuletzt besuchen wir eine privat betriebenen Ziegenfarm, ein Unikum in der fast vollständig vom Staat kontrollierten Kolchoswirtschaft. Von den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Ziege überzeugt, hat sich die Besitzerin auf die gutmütigen Paarhufer spezialisiert. Sie lebt vor allem von der Milch ihrer ca. 400 Ziegen, die sie an einen staatlichen Molkereibetrieb liefert. Sie blicken beim nachmittäglichen Melken über die Schulter und sind eingeladen es selbst zu versuchen. Bei einem anschließenden Imbiss lassen sie sich selbstgemachtes Essen und ein Glas frischer Ziegenmilch schmecken.

    In Grodno beziehen Sie Quartier im zentral gelegenen Hotel und lassen den Abend gemütlich ausklingen.
    Übernachtung in Grodno (F,M)

    6.Tag: Grodno, Augustowsky Kanal, Nowogrudok

    Nach dem Frühstück unternehmen Sie einen ausgehnten Stadtspaziergang durch Grodno. Sie besuchen die einstige Festungsanlage. Dort befinden sich das Neue Schloß mit einem historischen Museum über die polnische Epoche und dem Alten Schloß mit einem historisch-archäologische Museum. Sie besuchen eine der ältesten Sakralbauten Weissrusslands, die Kirche der Heiligen Boris und Gleb von 1180.

    Auf dem Leninplatz lernen Sie die Verbindungen Grodnos mit der Person Antoni Tyzenhaus kennen und besuchen Zeugnisse seines Wirkens - die alte Musikschule, des Stadttheater, das Stadtarchiv und den Stadtpark. In der evangelisch lutheranischen Kirche bietet sich die Gelegenheit, mit dem Pastor über die Kirchengeschichte und das Nebeneinander der Religionen zu sprechen.

    Nach einem Besuch der Pokrowskaja- Kathedrale (Begräbniskathedrale) spazieren Sie über die zentrale Flaniermeile im Stadtzentrum zu einem typischen belarussischen Restaurant und kehren dort zum Mittagessen ein.

    Anschließend schauen Sie sich die größte katholische Kirche in Belarus an und beschäftigen sich am Ende der Stadtbesichtigung mit der jüdischen Vergangenheit der Stadt, dazu besuchen Sie das kleine Museum in der Synagoge von Grodno.

    Anschließend besuchen Sie den Augustow-Kanal und das nahegelegene imposante Schloss Swjatsk aus dem Jahr 1779.

    Von dort setzen sie Ihre Reise gen Osten fort und erreichen gegen Spätnachmittag die Kleinstadt Nowogrudok (weissruss. Nawahrudak). Nach dem Bezug Ihres Hotelzimmers sind sie herzlich bei einer bekannten Historikerin zum Abendessen eingeladen, die Ihnen bei hausgemachten Leckerbissen einen Einblick in die Geschichte der wahrscheinlich ersten Hauptstadt des Großfürstentums Litauen gibt. Gemütlich lassen sie den Abend bei ihr ausklingen.
    Übernachtung in Nowogrudok (F,A)

    7.Tag: Novogrudok, Iwje, Waloschin, Smargon, Narotsch

    Nach dem Frühstück holt sie die Historikerin vom Hotel ab, gemeinsam unternehmen Sie einen Rundgang durch das Zentrum Novogrudoks. Von weitem schon ist die Ruine des einstigen Schlosses aus dem 14. Jahrhundert zu sehen, eine der höchsten Erhebungen in Belarus. Das Schloss war einst eine der bedeutendsten Festungen des Großfürstentums Litauen, Historiker sind sich bis heute nicht einig ob dies auch der Ort der Krönung und die Beisetzungsstätte des ersten Königs des Großfürstentums, Mindaugas, darstellt. Das Schloss jedenfalls galt bis zur Erfindung der Schießpulvers als uneinnehmbar. Von 1710 bis heute blieb es als eindrucksvolle Ruine erhalten.

    Bedeutendster Sohn der Stadt ist sicher der Dichter und Denker Adam Mickiewicz (1798-1855), den bis heute Polen wie Belarussen gleichermaßen als Ihren Nationaldichter feiern. Er wurde nicht weit von Novogrudok geboren und verbrachte in der Stadt den Großteil seiner Jugend. Auf Wunsch kann das kleine ihm gewidmete Museum besichtigt werden, das sich in den Räumen seiner früheren Wohnung befindet. Ebenfalls erwähnens- und sehenswert sind die Kirchen St. Michael, St. Nikolaus und die katholische Farn-Kirche am Fuße der Schlossruine.

    Von Novogrudok geht es weiter in die Kleinstadt Iwye. Eine der Namensherleitungen geht auf das tatarische Wort „Өyә, Eve“ zurück, was so viel heißt wie „Nest“ oder „Heimstätte“. Seit Beginn des 14. Jahrhunderts siedelten sich hier weißrussische Tataren (auch bekannt als Lipka Tataren) an. In Belarus leben circa 7.000 Tataren, Iwye gilt als inoffizielle Hauptstadt der belarussischen Tataren. Seit 1884 gibt es am Ort eine sehr sehenswerte Moschee. Während der Sowjetzeit war sie die einzige Moschee auf dem Territorium von Weißrussland, in der religiöses muslimisches Leben stattfinden konnte.

    Vor Ort treffen wir den Imam, er gibt ihnen einen Einblick in das lebendige religiöse Leben der muslimischen Gemeinde. Iwye ist so etwas wie ein kleiner religiöser Schmelztiegel, im Rajon finden sich 18 verschiedene Religionsgemeinschaften vierer Glaubensrichtungen (römisch-katholisch, orthodox, evangelisch, muslimisch). Vor dem zweiten Weltkrieg war Iwye ebenfalls ein bedeutendes Shtetl mit einer großen jüdischen Gemeinde, was zumindest die Architektur bis heute noch widerspiegelt.

    Von Iwye geht es weiter Richtung Norden, auf dem Weg finden sich mehrere imposante Kirchen aus verschiedenen Epochen. Wir durchqueren den Rückzugskorridor, den Napoleons Grande Armée 1812 nahm und der hier, auch wegen der damals herrschenden extremen Wetterbedingungen, eine katatrophale Wende nahm. Außerdem liegen in dieser Gegend viele deutsche Militärfriedhöfe, vor allem aus dem ersten Weltkrieg.

    Auf halbem Weg zwischen Iwye und unserem Tagesziel Narotsch kommen wir nach Smorgon (weissruss. Smarhon), wo wir bei einer der begabtesten belarussischen Mundmaler eingeladen sind. Gern gibt er Ihnen einen Einblick in sein Schaffen.

    Nachdem wir Smorgon hinter uns gelassen haben, kommen wir am Ort Wischnewo vorbei, wo 1923 der ehemalige israelische Präsident Shimon Peres geboren wurde. Vor Ort befindet sich ein jüdischer Friedhof.

    Das heutige Ziel unserer Reise ist der Nationalpark Narotsch (weissruss. Naratsch) am Ufer des gleichnamigem Sees, den wir gegen Spätnachmittag erreichen. Es ist der größte See des Landes und gleichzeitig auch der beliebeste Ferienort der Belarussen. Die Wälder des Nationalparks bilden das größte zusammenhängende Waldgebiet des Landes, die Region ist außerdem Einzugsgebiet der Flüße Dwina, Neman und Pripjat.

    Nachdem Sie Ihre Unterkunft im Mittelklassehotel bezogen haben, bietet sich die Gelegenheit die Umgebung zu erkunden.
    Übernachtung in Narotsch (F)

    8.Tag: Braslauer Schweiz, Treffen Altgläubige, Entspannung am See

    Nach dem Frühstück geht es heute weiter Richtung Norden. Die Reise geht immer entlang der litauischen Grenze, der wir uns teilweise bis auf wenige hundert Meter nähern. Die Landschaft ist spektakulär. Je näher wir Braslau kommen, desto mehr fühlt man sich an Skandinavien erinnert, die Landschaft ist durchzogen von Mooren, tiefen Wäldern und tausenden kleiner Seen.

    In dieser fast menschleeren Gegend wird man sich der Weite des kaum besiedelten Landes im Herzen Europas gewahr. Unterwegs fallen uns zwei Kirchen ins Auge, die zu näherem Betrachten einladen. In der Kirche der Heiligen Johanna aus dem 17. Jahrhundert befindet sich die älteste Orgel des Landes, bemerkenswert ist auch, daß diese Kirche in Ihrer 400-jährigen Geschichte nie zerstört und deswegen immer ihrem Zweck dienen konnte. Auf halbem Wege nach Braslau begegnet uns schließlich die Kirche der Jungfrau Maria, im Jahr 1909 im neugotischen Stil erbaut und mit 59 Metern die zweithöchste Kirche in Belarus ist.

    Diese verlassene Gegend ist auch Heimat für eine Gemeinde von Altgläubigen, die sich hier niedergelassen haben, um in Ruhe und Einsamkeit ihrer Auslegung des christlichen Glaubens nachzugehen. Als der Moskauer Patriarch Nikon im 17. Jahrhundert den orthodoxen Glauben vereinheitlichen und reformieren wollte, verweigerten die Altgläubigen sich diesen Reformen aus Angst, mit dem neuen Reglement den Antichristen heraufzubeschwören. Für ihre Verweigerungshaltung wurden Sie von den russischen Zaren erbarmungslos verfolgt, sie mußten in entlegene Regionen des Reichs (z.B. auch ins Donaudelta) fliehen und dort versteckt leben. Noch heute ist dieser Landstrich an der Grenze zu Litauen kaum besiedelt und die jungen Leute flüchten von hier in die Städte.

    Um die spezielle Stimmung dieser Landschaft zu genießen und auf sich wirken zu lassen, haben wir Ihnen für diesen Tag ein Ferienhaus an einem der malerischen Seen rund um Braslau gemietet. Abends können Sie die Seele baumeln lassen, während Ihr Reiseführer auf Wunsch den Grill anwirft und für Sie köstliche Schaschliki zubereitet.
    Übernachtung in Narotsch (F)

    9.Tag: Polozk, Witebsk

    Den Morgen verbringen Sie entspannt in Ihrem Ferienhaus am See. Gemeinsam mit Ihrem Reiseführer bereiten Sie das Frühstück zu und genießen nochmal die wunderschöne Landschaft bei einem Spaziergang. Gegen Mittag brechen Sie auf und fahren nach Polotsk, die älteste Stadt Weissrusslands.

    Eine kleine Zwischenstation ist Budslau, einer der wichtigsten Orte des katholischen Lebens in Belarus. Der Pilgerort beherbergt die 1617 erstmals erwähnte Ikone der Gottesmutter von Budslau. Sie befindet sich in der Kirche Maria Himmelfahrt, die 1643 errichtet wurde und wo heute noch Bernhardinermönche zu Hause sind. Die Kirche ist eines von drei Gotteshäusern in Belarus denen von Rom der Titel Basilica Minor verliehen wurde.

    Zur Mittagszeit besuchen Sie zuerst das heute noch bestehende Kloster der heiligen Euphrosinia und die sich im Kloster befindliche Erlöserkirche aus dem 12. Jahrhundert mit sehr beeindruckenden, zum Teil restaurierten Deckenfresken und Reliquien der Heiligen. Durch das Kloster führt Sie eine Nonne.

    Im Stadtzentrum besichtigen Sie die berühmte Sophienkathedrale, eine Barockkathedrale aus dem 18. Jahrhundert und spazieren entlang der Dwina (Düna) und statten dem Buchdruckmuseum einen Besuch ab. Danach bummeln Sie durch das Stadtzentrum zu, das mit zahlreichen Denkmälern und viel Grün zum Verweilen einlädt.

    Am Abend fahren Sie von Polotsk bis in die Gebietshauptstadt Witebsk. Nach der Ankunft im Hotel holt Sie Ihr Reiseführer ab und besucht mit Ihnen eine belarussische Familie, die Sie zum Abendessen einlädt. Es gibt leckere landestypische Speise wie Draniki oder Borschtsch, außerdem haben Sie die Gelegenheit mehr über das Leben der Menschen in Witebsk zu erfahren.
    Übernachtung in Witebsk (F,A)

    10.Tag: Witebsk

    Morgens nach dem Frühstück im Hotel starten Sie Ihren Stadtrundgang durch Witebsk auf dem Uspenski Berg, einem weitläufigen städtischen Park mit Denkmal zu Napoleons Russlandsfeldzug 1812, bummeln durch die Suworowstraße mit einer liebevoll restaurierten Altstadt und Gebäuden aus der Zeit der Jahrhundertwende.

    Sie besichtigen das Rathaus und schauen sich die beeindruckende Auferstehungskirche, sowie die Maria Verkündigungskirche, eine der ältesten Kirchen von Belarus, an. Dann besuchen Sie das nach Jakub Kolas benannte Schauspielhaus und besichtigen die einstige gemeinsame Kunstwerkstatt und Kunstschule von Kasimir Malewitsch und Marc Chagall. Von dort geht es weiter zum imposanten zentralen Siegesplatz, einem pompösen Denkmalkomplex zum zweiten Weltkrieg, wo sich die Gelegenheit zum einem Mittagessen im einen belarussischem Restaurant bietet.

    Gestärkt machen Sie sich danach auf, um die Hauptkathedrale Maria Schutz und Fürbitte der Erzdiözese Witebsk zu besichtigen. Sehenswert auf dem Weg ist außerdem die Stelle, an der das Haus stand, in dem Chagall unter den Fittichen des Lehrers Judel (Jurij) Pen, einem Schüler Ilja Repins, die Malerei erlernte.

    Im Anschluss besichtigen Sie die Open Air Spielstätte des sogenannten „Slawjanskij Basar“, des größten Kultur- und Sängerfestes des Landes, dem einmal im Jahr im Juli zahlreiche internationale Künstler der Stadt einen Besuch abstatten. Außerdem machen Sie einen Abstecher zum größten Markt der Stadt, wo Sie einen Eindruck über die Vielfalt der lokal produzierten Lebensmittel erhalten.

    Danach führt unser Weg wieder zur Kunst und zu Chagall, diesmal zum Kunstmuseum der Stadt. In diesem Museum befinden sich imposante Gemälde internationaler Künstler, darunter einige besonders sehenswerte Werke der durch Witebsk geprägten Künstler wie Judel Pen und Ilja Repin.

    Der Abend steht zu Ihrer freien Verfügung. Gerne organisieren wir für Sie Eintrittskarten für die örtlichen Theater (in belarussisch) oder für ein Konzert in der Philharmonie, je nach Spielplan auch für andere kulturelle Veranstaltungen (falls Sie Witebsk im Juli besuchen sollten natürlich auch gerne für das Festival Slawjanskij Basar).
    Übernachtung in Witebsk (F)

    11.Tag: Orscha, Mogiljow (weißruss. Mahiljou), Abendessen bei einer Jägerfamilie

    Heute heißt es Abschied nehmen von Witebsk. Nach dem Frühstück holt Sie ihr Reiseführer vom Hotel ab; dann geht es mit dem Auto Richtung Süden. Unterwegs passieren wir die Stadt Orscha, direkt am Dnjepr gelegen. Deutsche Truppen versuchten hier zwei Jahre vor Kriegsende, noch ein weiteres Führerhauptquartier zu errichten.

    Während der anschließenden Rückeroberung durch die Rote Armee kamen hier unzählige Soldaten ums Leben. Davon zeugen heute an der Strecke mehrere große deutsche Soldatenfriedhöfe, unter anderem in Wysokoe, Mogiljow und Sidorowitschi, aus dem zweiten Weltkrieg, die auf Wunsch besichtigt werden können.

    Zur Mittagszeit erreichen das Oblastzentrum Mahiljou (ru: Mogiljow), die drittgrößte Stadt in Belarus nach Minsk und Gomel, dem mit Orscha östlichsten Punkt unserer Rundreise. Von hier aus sind es nach Russland nur noch ca. 100 km. Wir unternehmen einen kleinen Stadtspaziergang durch Mogiljow, sehenswert sind unter anderem das wiedererbaute Rathaus aus dem späten 17. Jahrhundert, die orthodoxe Kathedrale des Hl. Stanislaus und ein wenig außerhalb das Kloster St. Nikolaus, mit einer beeindruckenden Kathedrale ebenfalls aus dem späten 17. Jahrhundert.

    Nach einer kurzen Stärkung brechen wir auf nach Bobruisk. Auf halber Strecke übernachten wir inmitten duftender Kiefernwälder in einem rustikalen Forsthaus. Der Gastgeber ist leidenschaftlicher Jäger und Musiker, seine Frau verzaubert Sie mit ihren Kochkünsten. Sie verleben einen geselligen Abend bei frisch zubereitetem Wild, hausgemachten Spirituosen und alten belarussischen Volksweisen.

    Sie übernachten in einer nahegelegenen guten Landpension. (F, A)

    12.Tag: Bobruijsk, Besuch Kolchose, Rückkehr nach Minsk

    Vor dem Frühstück unternehmen Sie eine morgendliche Pirsch in den Wald, auf der Sie mit Glück die zahlreich vorhandenen Wildtiere beobachten oder ihren Spuren folgen können. Nach einem hausgemachten, herzhaften Frühstück geht es nach Babruisk (ru: Bobruisk). Babruisk, früher ein Zentrum des Judentums in Belarus, ist heute ein wichtiges Industriezentrum. Babruisk hat eine nette Altstadt, der wir einen kurzen Besuch abstatten. Außerdem kam die Provinzstadt wie einige andere auserwählte Kleinstädte in den 2000er Jahren in den Genuss eines sogenannten Eispalastes, eine wie aus einem Science Fiction Film anmutende Eishockeyarena, die der Präsident seiner Eishockeyvorliebe folgend im Stadtzentrum errichten ließ.

    Auch heute befinden sich auf unserem Weg einige Soldatenfriedhöfe (z.B. Chodossowitschi) aus dem zweiten Weltkrieg, gleich am Stadtausgang von Bobruisk befindet sich in Schatkowo einer der größeren Soldatenfriedhöfe, die vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erhalten werden.

    Auf halbem Weg nach Minsk machen wir im Städtchen Marina Gorka einen Schlenker und fahren nach Sutin. Sutin ist ein sehr ursprüngliches Dorf und steht für unzählige andere kleine Ortschaften, die fast ausschließlich von staatlichen landwirtschaftlichen Betrieben (Kolchosen) leben. Dort treffen wir die Direktorin einer Kolchose, die uns einen Einblick in die zuweilen harte Lebensrealität der Menschen in Belarus gibt.

    Gegen Spätnachmittag kehren wir nach Minsk zurück. Der Abend steht Ihnen zur freien Verfügung.
    Übernachtung in Minsk (F)

    13.Tag: Zweiter Weltkrieg und Stalinterror in Weißrussland

    Heute tauchen wir tiefer in die Geschichte der Stadt während des Großen Vaterländischen Krieges (Bezeichnung für den zweiten Weltkrieg im postsowjetischen Raum) und des Stalinismus ein.

    Sie besuchen das Territorium des ehemaligen jüdischen Ghettos, welches sich nahe der Metrostation Frunsenskaja befindet. Ihr Reiseführer gibt Ihnen einen geschichtlichen Überblick und Sie nehmen die wenigen erhaltenen Spuren in Augenschein, die an das ehemalige Ghetto erinnern, in dem ab 1941 ca. 60.000 Juden interniert wurden. Dazu gehört unter Anderem ein ehemaliger jüdischer Friedhof. Eindrücklich ist vor allem das Mahnmal „Yama“ (deutsch: Grube) des bekannten und mittlerweile verstorbenen Architekten Leonid Levin, welches eine Figurengruppe aus 27 Bronzefiguren darstellt, die stellvertretend für die vielen tausend Juden stehen, die im Ghetto erschossen und in diese Grube geworfen wurden.

    Auf dem anschließenden Weg begegnen uns einige Gedenktafeln, die an Häuserwänden angebracht sind. Sie erinnern an die zahlreichen Juden des Ghettos, die hierher aus ganz Europa deportiert wurden und ihr Leben ließen.

    Sie besuchen die Geschichtswerkstatt Minsk, die sich in einem der wenigen erhaltenen Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Ghettos befindet. Die Geschichtswerkstatt ist ein deutsch-belarussisches Projekt, das im Jahr 2002 durch den Verband der jüdischen Gemeinden und Organisationen in Belarus und der Internationalen Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ Minsk gegründet wurde. Sie widmet sich der Begleitung und Unterstützung von Überlebenden des Nationalsozialismus, und leistet einen wichtigen Beitrag zur NS-Forschung in Belarus. Der Direktor führt uns durch die kleine Austellung des Hauses, die dem Holocaust in Belarus gewidmet ist und gibt Ihnen weitere Informationen über diese dunkle Periode.

    Wir treffen uns dort mit einem weißrussischen Überlebenden der Konzentrationslager. Der 88 jährige rüstige Senior ist selbst in der Geschichtswerkstatt aktiv und gern bereit, vom schweren Leben dieser Zeit zu berichten.

    Am Nachmittag fahren Sie zum Kurgan Slavy (deutsch: Ruhmeshügel) in der Minsker Peripherie. Er ist wie viele zeitgenössische Denkmäler in Belarus dem Sieg im Großen Vaterländischen Krieg gewidmet. Belarus erlitt in diesem Krieg immense menschlichen Verluste, nahezu jeder dritte Bewohner kam ums Leben; zahllose Dörfer und Städte wurden dem Erdboden gleichgemacht.

    Danach beschäftigen wir uns mit einem ebenso dunklen Geschichtskapitel, den blutigen Spuren des Stalinismus. Am äußeren Minsker Autobahnring besuchen wir einen Wald mit hunderten Kreuzen, Kurapaty genannt. Die Kreuze stehen für die Opfer aus allen gesellschaftlichen Schichten, die während des Stalinismus an dieser Stelle hingerichtet wurden.

    Am späten Nachmittag kehren Sie nach Minsk zurück. Der letzte Abend Ihrer Belarus Reise steht Ihnen zur freien Verfügung.
    Übernachtung in Minsk (F)

    14.Tag: Abreise aus Belarus

    Heute ist Ihr Abreisetag. Rechtzeitig vor Ihrer Abreise bringen wir Sie aber selbstverständlich wieder zum Bahnhof oder Flughafen.

    Von dort geht es heimwärts oder zu einem weiteren spannenden Reiseziel in Osteuropa, zum Beispiel nach Kiew oder Sankt Petersburg. Auch das Baltikum ist eine Reise wert. (F)

    Verpflegungsschlüssel: F= Frühstück, M= Mittagessen, A= Abendessen
    belarus, weissrussland, rundreise
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