Kamjanez Podilskyj und Chotyn. Festungsstädte in Podolien und Bessarabien

Städte und Regionen der Ukraine


Die alte podolische Grenzfestung Kamjanez Podilskyj, erbaut an den Felsschluchten über dem Fluss Smotrytch, war für Jahrhunderte südöstlichster Posten des Königreichs Polen. Erstmals in den Chroniken erwähnt wird die Stadt im Jahre 1106 und ist damit eine der ältesten des Landes.

Hier tobten wilde Schlachten zwischen den heranrückenden osmanischen Horden und den polnischen Pans, wobei jeder der Stadt seinen Stempel aufdrücken wollte. Besonders interessant ist die katholische Peter-und-Paul-Kirche, welche während der türkischen Belagerung in den Jahren 1672 bis 1699 als Moschee genutzt wurde, wofür man an der Kirche/Moschee ein 36 Meter hohe Minarett errichtete. Nach der Rückeroberung durch die Polen wurde dieses Minarett nicht wie sonst zerstört. Man setzte auf die Spitze eine Marienfigur, die den Dank der Polen über die Vertreibung der Türken aus der Stadt symbolisieren soll.

 

Kamjanez Podilskyj bietet mit seinen nahezu 170 Kulturdenkmälern ein sagenhaftes Ensemble architektonischer Baukunst. Besonders sehenswert sind die Festungsanlage, deren Ursprünge ins 11. Jahrhundert zurückreichen, der Ruthenische Marktplatz mit Batoriusturm und Windtor, das Rathaus mit dem Brunnen, das Dominikanerkloster mit Nikolauskirche, sowie das armenische Stadtviertel, in dem sich auch die älteste Wehrkirche der Stadt – die Nikolauskirche von 1399 befindet und besagte Peter-und Paul-Kirche. Kamjanez Podilskyj steht auf der Kandidatenliste zur Aufnahme in das UNESCO Weltkulturerbe Programm.

Im Mittelalter lag die Anteil der Einwohner der jüdischen Bevölkerung bei über 40%.  Aus dieser Zeit ist heute leider nur die große Arbeitsynagoge am Töpferturm erhalten.

Die Altstadt liegt wie auf einem Fels, um den sich der Fluß Smotritsch in einer einzigartigen Schlinge herum tief in die Erde gefressen hat. Diese Schlucht und die Umgebung von Kamjanez gehören zum Nationalreservat "Podilsjka Tovtru". Vor 25 Millionen Jahren war dieses Reservat eine Kette der Korallenhügel im Bett des sarmatischen Meeres. Aufgrund des einzigartigen Klimas wachsen hier über 50 Pflanzenarten, die im Roten Buches der Ukraine als vom Aussterben bedroht verzeichnet sind, sowie 80 Vogel- und Insektenarten.

Die Schönheit der podolischen Landschaft können Sie schon auf dem Weg nach Kamjanez Podilskyj bewundern, der Sie über einen der schönsten Flüße der Ukraine, den Dnister führt. Die hügelige Landschaft von Podolien und alte Städte wie Chotyn und Zhwanez werden zur bleibenden Erinnerung an die Schönheit der Ukraine.

In den letzten Jahren ist Kamjanez Podilskyj auch durch die alljährlich stattfindenden Heißluftballon- Wettbewerbe bekannt geworden, bei denen auch Privatpersonen mit einem Ballon mitfliegen können.

Interessant ist die Gegend um Kamjanez für Höhlenforscher und Hobbyspeleologen. In den umliegenden Karstgebieten sind im Laufe der Jahrmillionen zahlreiche ausgedehnte Höhlensysteme entstanden, die mit qualifizierten Führern besuch- und erforschbar sind.

Daneben laden die umliegenden Flüsse Dnister, Smotrytch und Sbrutsch mit eindrucksvollen Burgruinen an den Ufern, Stromschnellen und gemächlichen Flußabschnittten sowie ein nahegelegener Stausee Kanu- und Paddeltouristen zu einem erholsamen Aktivurlaub ein.
 

Chotyn

Der bedeutenden Festungsstadt am Dnister, unweit der Städte Czernowitz und Kamjanez Podilskyj gelegen, fiel im Laufe der Jahrhunderte auf Grund ihrer exponierten Lage als Dnisterübergang immer wieder eine strategisch wichtige Rolle bei der Verteidigung der Handelswege und der Grenzen des jeweils herrschenden Staates zu. Es regierten wechselnd Moldawier, Polen, Türken und Russen, die der Stadt ihren Stempel aufdrückten.

Die Festung Chotyn steht für die entscheidenden Schlachten des polnischen Heeres - unterstützt von Kosaken und Moldauern - gegen die Türken in den Jahren 1621 und 1673, deren Eroberungszügen hier Einhalt geboten wurde.

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